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Team der Kirchenküche kocht mit viel Herz für Senioren

Ev. Noah-Gemeinde

In der Evangelischen Noah-Gemeinde in Mengede gibt es seit 20 Jahren wöchentlich ein warmes Mittagessen für Senioren. Den Gästen schmeckt es super, aber sie kommen nicht wegen des Essens.

DORTMUND

von Susanne Riese

, 27.06.2018
Team der Kirchenküche kocht mit viel Herz für Senioren

Inge Valerius (l) und das Kirchenküchen-Team haben Spaß bei der Arbeit. © Stephan Schuetze

„Kirchliche Küchen-Kunst“ steht auf den knallroten Schürzen der Damen, die in der Küche der St. Noah Gemeinde Mengede herumwuseln. In dem kleinen Raum bereiten sie ein komplettes Menü für rund 30 Senioren zu, so wie jeden Dienstag.

Das Projekt „Kirchenküche“ wurde vor 20 Jahren von der Frauenhilfe ins Leben gerufen. Seitdem gibt es jede Woche zum Selbstkostenpreis ein üppiges warmes Mittagessen für rund 30 größtenteils allein lebenden Senioren. „Mit dem Angebot wollen wir der Vereinsamung hochaltriger Senioren entgegenwirken“, sagt Pfarrer Reinald Martin-Bullmann.

Es gibt auch einen Fahrservice

Ab 11.30 Uhr füllt sich der Essenssaal. Wenn etwa eine Stunde später aufgetischt wird, stehen die Rollatoren im Vorraum Reifen an Reifen. Wer es auch mit Gehhilfe nicht zum Gemeindehaus am Wiedenhof schafft, kann sich gegen einen kleinen Obolus mit dem Gemeindebus abholen lassen.

Die Helferinnen treffen sich schon Stunden zuvor. Für die Schichtführerin beginnt der Dienst aber Tage vorher mit Rezeptsuche und Einkaufen. Inge Valerius (67), das Herz der Gruppe, teilt die ehrenamtlichen Köchinnen ein, die selbst alle im Seniorenalter zwischen 65 und 79 sind.

Senioren kochen für Senioren

Gut gelaunt schälen und stampfen sie neun Kilo Kartoffeln, braten fast 40 Fischfilets und hobeln ein halbes Dutzend Gurken. „Die Atmosphäre ist immer nett, wir sind ein gutes Team und die Inge hält uns bei Laune“, sagt Angelika Neumann. „Ich organisiere gern“, sagt diese. Sie findet es wichtig, sich zu engagieren und etwas gegen die Einsamkeit alter Menschen zu unternehmen.

Seelachsfilet mit Senfsauce, Kartoffelpüree und Schwedischem Gurkensalat gibt es diesmal, vorab eine Lauch-Käse-Suppe und zum Nachtisch Aprikosen mit Pudding und Crumble.

Den leckeren Streusel hat Inge Valerius bereits am Vortag zuhause zubereitet. Denn der Backofen in der Gemeindeküche macht Zicken. Auch die Porreesuppe hat sie vorbereitet, „die schmeckt einfach am nächsten Tag besser“.

„Wir kennen unsere Leute“

Den Zusatz „Kochen mit Herz“ auf der Schürze hätte man sich also sparen können. Dass bei den Küchenfeen der Gemeinde Herzblut im Spiel ist, ist nicht zu übersehen. Blütendolden schmücken die Tische mit den gelb-weißen Decken, die Kaffeetassen für den Abschluss des Seniorenmahls stehen auf der Theke bereit. Drei Esser bekommen Leberkäs statt Fisch. „Wir kennen unsere Leute“, sagt Inge Valerius. „Wir wissen, wer etwas nicht mag oder wer laktoseintolerant ist.“ Doch die Generation – die jüngste Mittagstisch-Teilnehmerin ist 73, der älteste wird bald 100 – sei nicht wählerisch. „Fleisch essen sie alle gern.“

Geselligkeit ist das Wichtigste

Überhaupt bleibe nur selten etwas übrig. Das ist für die Helferinnen das schönste Kompliment.

„Es schmeckt hier immer, aber die Geselligkeit zählt noch mehr“, sagt Edelgard Jägermann. Irene Hensel, 87 Jahre alt und eine der wenigen, die ohne Rollator anreist, pflichtet ihr bei: „Es schmeckt klasse, aber ich komme wegen der Gemütlichkeit und weil ich nicht immer alleine essen möchte.“

Für ihre Kirchenküche wünscht sich das Team dringend neue Töpfe, Tischdecken und vor allem einen Ofen. Dann könnten sie noch viel mehr leckere Gerichte auf den Tisch bringen.

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