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Telekom bietet etwas mehr Geld an: Verdi enttäuscht

Berlin/Bonn. Wer bei der Telekom-Hotline angerufen oder auf einen Techniker des Bonner Konzerns gewartet hat, könnte in den vergangenen Tagen lange gewartet haben. Ein Ende des Arbeitskampfes ist vorerst nicht absehbar, denn ein Angebot der Arbeitnehmer stieß auf wenig Begeisterung bei den Gewerkschaftern.

Telekom bietet etwas mehr Geld an: Verdi enttäuscht

Die Sonne scheint in Bonn hinter dem Logo auf der Telekom-Zentrale. Foto: Oliver Berg/Archiv

Im Tarifkonflikt bei der Telekom deutet sich keine schnelle Einigung an. Die Konzernspitze legte am Donnerstag bei ihren Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi in Berlin ein erstes Angebot vor, lag hiermit aber noch weit entfernt von den Forderungen der Gewerkschaft. Während Verdi ein Gehaltsplus von 5,5 Prozent in einem 12 Monate gültigen Tarifvertrag fordert, bietet die Telekom in einem 28 Monate gültigen Papier zunächst ein Plus von 2 Prozent und später von 1,7 Prozent. 

Die zuständige Telekom-Personalchefin, Simone Thiäner, sagte mit Blick auf die lange Laufzeit: „Damit bieten wir sowohl unseren Beschäftigten als auch unserem Unternehmen eine gute Planungssicherheit.“ Verdi war wenig begeistert. Man halte das Angebot „für nicht akzeptabel“ und fordere eine deutliche Nachbesserung, sagte Arbeitskampfleiter Peter Praikow.

Zum Vergleich: Der Ende Januar abgelaufene Tarifvertrag ging über 24 Monate, er enthielt eine Erhöhung von zunächst 2,6 Prozent für die unteren Entgeltgruppen und 2,2 Prozent für höhere Gruppen. Im zweiten Jahr bekamen alle Betroffenen 2,1 Prozent plus.

In dem aktuellen Tarifkonflikt setzt Verdi inzwischen auf Warnstreiks, am Donnerstag rechnete die Gewerkschaft mit 5500 Teilnehmern an vorübergehenden Arbeitsniederlegungen. Schwerpunkt war die Technik - also vor allem Telekom-Mitarbeiter, die etwa neue Kabel an Straßen verlegen. Die Kunden-Hotline und der Außendienst, die in Häusern Leitungen freischalten, wurden zwar ebenfalls vorübergehend bestreikt, aber nicht so stark wie bei der Technik. 

Die vierte Verhandlungsrunde ist für den 11. und 12. April in Nordrhein-Westfalen geplant. Bis dahin dürfte Verdi weiter versuchen, mit zeitlich befristeten Arbeitsniederlegungen den Druck hochzuhalten.

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