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Telekom überrascht mit Gewinnanstieg im 3. Quartal

Bonn (dpa) Telekom-Chef René Obermann sieht den Bonner Konzern trotz der schweren Imageverluste durch den Datenmissbrauch und der internationalen Finanzmarktkrise auf stabilem Kurs.

Telekom überrascht mit Gewinnanstieg im 3. Quartal

Die Deutsche Telekom überrascht mit einem Gewinnanstieg.

In den vergangenen zwei Jahren sei es gelungen, den Abwärtstrend zu stoppen und die Ertragskraft zu erhöhen, sagte Obermann am Donnerstag bei der Vorlage der Quartalszahlen in Bonn. Vor allem im Inland seien durch Kosteneinsparungen die Erträge verbessert worden.

Das gesteckte Ziel, bis 2010 einen Kostenblock von 4,7 Milliarden Euro im Jahr einzusparen, werde die Telekom wahrscheinlich früher erreichen als geplant. Das Unternehmen beschäftigt in Deutschland noch 150 000 Menschen, darunter 93 000 bei T-Home. Bislang habe sich die Finanzmarktkrise nicht auf die Telekom ausgewirkt, sagte der Vorstandschef.

An der Börse zeigte sich die T-Aktie bei einem erneuten Einbruch der Kurse auf breiter Front relativ stabil. Während der DAX bis zum Nachmittag knapp vier Prozent abgab, notierte die T-Aktie mit 11,46 Euro nur leicht im Minus. Zwar habe die Telekom-Aktie seit Jahresbeginn deutlich besser abgeschnitten als der DAX und auch besser als andere große Unternehmen in der Telekom-Branche, sagte Obermann. Doch mit dem Kursniveau könne der Vorstand nicht zufrieden sein.

In den ersten drei Quartalen 2008 verbesserte sich der Überschuss, auch bedingt durch steuerliche Effekte, um mehr als 67 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Obermann versprach den Aktionären erneut die Ausschüttung einer attraktiven Dividende (Vorjahr: 0,78 Euro je Aktie). Operativ tritt die Telekom unterdessen auf der Stelle: Die für dieses Jahr ausgegebene Zielgröße beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 19,3 Milliarden Euro hat sich der Vorstand auch für 2009 vorgenommen.

Bis Ende September 2008 war das EBITDA mit 14,7 Milliarden Euro gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert praktisch unverändert geblieben. Gleichzeitig schrumpfte der Umsatz um 2,5 Prozent auf 45,5 Milliarden Euro. Dennoch sieht Obermann die Telekom für die «Herausforderungen der kommenden Monate gut gerüstet».

In dem Konflikt mit der Gewerkschaft ver.di über die geplante Schließung und Zusammenlegung von Callcenter-Standorten rechnet er schon bald mit einer konstruktiven Einigung. Die Tarifpartner werden nach Angaben aus Konzernkreisen voraussichtlich Ende November erneut verhandeln. Nach drei ergebnislosen Gesprächen hatten sie die Einigungsstelle angerufen.

Im Kerngeschäft Breitband und Mobilfunk sei das Unternehmen als Marktführer gut positioniert, sagte Obermann. Dennoch steht die Telekom im Inland nach wie vor unter hohem Wettbewerbsdruck. Bis zum Jahresende rechnet der Vorstand mit Anschlussverlusten zwischen 2,5 und 3,0 Millionen. Die Telekom hält mit knapp 30 Millionen Anschlüssen immer noch einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent. Im zukunftsträchtigen DSL-Geschäft gewinnt der rosa Riese inzwischen aber Kunden zurück. Allein im dritten Quartal war praktisch jeder zweite Neukunde zur Telekom gekommen.

Die Mobilfunksparte bleibt der wichtigste Wachstumstreiber und die größte Ertragsquelle des Konzerns. Anteile von 57 Prozent des Umsatzes und 58 Prozent des bereinigten EBITDA steuerte der Bereich in den ersten drei Quartalen 2008 zu den Konzernergebnissen bei. Ende September zählten die Mobilfunktöchter weltweit 127 Millionen Kunden, darunter 38,8 Millionen in Deutschland und 32 Millionen in den USA.

Im Zusammenhang der Verbesserung der Datensicherheit sagte Obermann: «Wir ziehen Konsequenzen und wollen sicherstellen, dass sich die Dinge nicht wiederholen». Erst am Mittwoch hatte der Sprecher der Geschäftsführung von T-Mobile Deutschland, Philipp Humm, wegen des Datendiebstahls beim größten deutschen Mobilfunkbetreiber sein Amt zur Verfügung gestellt. Im Frühjahr war bekanntgeworden, dass das Unternehmen illegal Verbindungsdaten in den Jahren 2005 und 2006 von Aufsichtsräten und Journalisten ausgespäht hatte.

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