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Bundeswirtschaftsminister

Tengelmann: Sigmar Gabriel weiter in Gesprächen

Berlin/Mülheim Im Ringen um die Zukunft von Kaiser's Tengelmann setzt Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel nach dem Klagerückzug von Markant gegen seine Sondererlaubnis auf weitere Gespräche. Nach Angaben einer Sprecherin vom Montag ist der SPD-Chef an den laufenden Verhandlungen über das Schicksal der Supermarktkette beteiligt.

Tengelmann: Sigmar Gabriel weiter in Gesprächen

Kaiser's Tengelmann in Köln: Ein kleiner Hoffnungsschimmer. Foto: Oliver Berg

Gabriel sei es sehr wichtig, dass eine Lösung gefunden werde. Zu den konkreten Inhalten äußerte sie sich nicht - es handele sich um interne Beratungen.

Die jüngsten Entwicklungen vom Wochenende wollte die Bundesregierung nicht kommentieren. „Der Ball liegt erstmal bei den beteiligten Unternehmen“, betonte Gabriels Sprecherin in Berlin. Laut Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub hat sich nach der Discount-Kette Norma auch der Konkurrent Markant zur Rücknahme der Klage gegen die umstrittene Ministererlaubnis bereiterklärt. Der angepeilte Verkauf von Tengelmann an Edeka kann aber nicht vollzogen werden, solange der Rivale Rewe als dritter Kläger an seiner Beschwerde festhält.

 

Ursprungsmeldung:

Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub hat im Kampf um die Zukunft von Kaiser's Tengelmann einen weiteren Fortschritt erzielt. Nach der Discount-Kette Norma habe sich auch der Konkurrent Markant zur Rücknahme der Klage gegen die Ministererlaubnis für einen Verkauf der Supermarktkette an Edeka bereiterklärt, teilte Haub am Sonntagabend mit.

"Damit haben zwei der drei Beschwerdeführer innerhalb der letzten vier Tage den Weg frei gemacht zur Rettung der 16.000 Arbeitsplätze bei Kaiser?s Tengelmann", sagte der Unternehmer.

Vollzogen werden kann die Übernahme aber auch weiterhin nicht, solange der Edeka-Rivale Rewe als dritter Kläger an seiner Beschwerde gegen die Ministererlaubnis festhält.

Rewe-Chef: Mit Geld ist das Problem nicht zu lösen

Die Hürden für eine Einigung mit Rewe scheinen weiterhin sehr hoch. Während Haub ganz klar eine Gesamtübernahme aller Filialen durch Edeka präferiert und diesen Weg erst vor einer Woche als einzige Chance zum Erhalt aller Arbeitsplätze bezeichnete, erteilte Rewe-Chef Alain Caparros vor wenigen Tagen einer solchen Lösung eine klare Absage. In einem Interview kündigte er an, die Klage nur zurückzuziehen, wenn sein Unternehmen "einen großen Teil des Filialnetzes" von Kaiser's Tengelmann" bekomme. Mit Geldzahlungen sei dieses Problem nicht zu lösen.

Mülheim/Ruhr (dpa) In den Verhandlungspoker um Kaiser's Tengelmann kommt überraschend noch einmal Bewegung. Verdi spricht von einem wichtigen Signal. Doch von einer Einigung im Interesse der 15 000 Kaiser's Tengelmann Beschäftigten sind die Parteien nach wie vor sehr weit entfernt.mehr...

Ein Vollzug der Ministererlaubnis würde allen Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann eine fünfjährige Arbeitsplatzgarantie bescheren. Kaiser's Tengelmann betreibt im Großraum Berlin, in München und Oberbayern sowie in Nordrhein-Westfalen noch gut 400 Filialen. Die Kette schreibt seit Jahren rote Zahlen. Haub hatte sie deshalb an Edeka verkaufen wollen, doch wurden diese Pläne vom Bundeskartellamt aus Wettbewerbsgründen gestoppt.

Zwar gelang es Tengelmann und Edeka nach monatelangem Ringen das Veto der Wettbewerbshüter durch eine Ministererlaubnis auszuhebeln. Doch wurde die Ausnahmegenehmigung im Juli vom Oberlandesgericht Düsseldorf nach Beschwerden von Rewe, Norma und Markant vorläufig außer Kraft gesetzt.

Über die Details ihrer Vereinbarung haben Tengelmann und Markant Stillschweigen vereinbart.

dpa

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