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Sprengstoffanschlag geplant

Terrorverdächtiger Al-Bakr erhängt in Zelle aufgefunden

LEIPZIG/DRESDEN Der Terrorverdächtige Dschaber Al-Bakr ist tot - jetzt fordert Bundesinnenminister Thomas de Maizière eine schnelle und umfassende Aufklärung der Vorgänge in der JVA Leipzig. Der 22-jährige Syrer war erhängt in seiner Zelle in der JVA Leipzig gefunden worden.

Terrorverdächtiger Al-Bakr erhängt in Zelle aufgefunden

Die Justizvollzugsanstalt Leipzig, in der der Terrorverdächtige sich erhängt hat.

Das erschwere die Ermittlungen zu dem mutmaßlich geplanten Sprengstoffanschlag auf einen Flughafen, sagte Innenminister Thomas de Maizière im ZDF. Der CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach sprach von einer Tragödie. Mit Al-Bakr verliere man eine wichtige Informationsquelle.

Steckdosen manipuliert

Sein Pflichtverteidiger sprach empört von einem "Justizskandal". Der Dresdner Rechtsanwalt Alexander Hübner sagte "Focus-Online", der Haftanstalt sei das Suizid-Risiko bekannt gewesen. Al-Bakr habe in der Zelle zuvor bereits Lampen zerschlagen und an Steckdosen manipuliert. Die "Bild"-Zeitung schrieb, seine Zelle sei dennoch offenbar nur einmal pro Stunde kontrolliert worden.

Al-Bakr war am Montag in Leipzig festgenommen worden. Der gepante Anschlag sei binnen Tagen möglich gewesen, sagte Behördenpräsident Hans-Georg Maaßen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. 

Leipzig Zwei Tage nach dem Bombenfund in Chemnitz hat die Polizei den gesuchten Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr in Leipzig festgenommen. Die Festnahme des 22-jährigen mutmaßlichen Islamisten aus Syrien gelang in der Nacht zum Montag. „Wir sind geschafft, aber überglücklich“, schrieb die Polizei Sachsen am frühen Morgen auf Twitter.mehr...

Zuvor hatten Landsleute, bei denen der Syrer Unterschlupf gefunden hatte, ihn als den zur Fahndung ausgeschriebenen Terrorverdächtigen erkannt, überwältigt und dann gefesselt der Polizei übergeben. Al-Bakar habe bei seiner Vernehmung Aussagen gemacht, in denen er ebendiese drei Syrer der Mitwissenschaft beschuldigte.

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe, die die Ermittlungen führt, wollte die Angaben nicht bestätigen. Unklar blieb zunächst, ob die Ermittler die Aussage Al-Bakrs für glaubhaft halten oder ob es sich um eine Schutzbehauptung handeln könnte. Auch die Frage, ob die drei Syrer, die ihn überwältigt hatten, noch als Zeugen oder Verdächtige in dem Ermittlungsverfahren behandelt würden, blieb in Karlsruhe unbeantwortet. Den Angaben zufolge gab es aber keine weiteren Festnahmen.

Die Vorgeschichte

Der Syrer war am Montag in Leipzig festgenommen worden. Zwei Tage zuvor war der Versuch der Polizei, ihn in Chemnitz festzunehmen, gescheitert.

In der Chemnitzer Wohnung, in der am Samstag die Festnahme des Gesuchten misslang, fand die Polizei 1,5 Kilogramm des hochgefährlichen Sprengstoffs TATP. Der Wohnungsmieter wurde als mutmaßlicher Komplize verhaftet.

Al-Bakr war Anfang 2015 als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Nach Recherchen des MDR war er zwischenzeitlich wieder in Syrien. Das habe die Familie des 22-Jährigen mitgeteilt, berichtete das Magazin „Exakt“. Laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wurde Al-Bakr 2015 von den Sicherheitsbehörden überprüft. „Allerdings ohne Treffer. Es steht ja auch noch gar nicht fest, wann es dort zu einer Radikalisierung gekommen ist“, sagte er am Mittwoch in Berlin.

Dresden Der nach dem Bombenfund von Chemnitz festgenommene Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr hatte nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler Kontakte zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Die Behörden werten seine Festnahme als großen Erfolg - obwohl sie erst im zweiten Anlauf glückte.mehr...

Dem MDR zufolge reiste Al-Bakr im Herbst vergangenen Jahres zwei Mal in die Türkei und hielt sich auch einige Zeit in der syrischen Stadt Idlib auf. Mitbewohner aus dem nordsächsischen Eilenburg hätten ebenfalls von seinem Aufenthalt in Idlib berichtet. Sie hätten den 22-Jährigen aber nicht als besonders religiös beschreiben. Nach seiner Rückkehr soll er sich jedoch verändert haben. 

Mit Material von dpa

 

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