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Mutmaßlicher Chemnitzer Bombenbauer

Terrorverdächtiger soll lange in Türkei gewesen sein

Leipzig/Berlin Wo sich der Terrorverdächtige Syrer in den Monaten aufhielt, bevor er ins Visier des Verfassungsschutzes geriet, ist bis dato nicht gesichert. Einem Zeitungsbericht zufolge führt die Spur in die Türkei - und vielleicht sogar nach Syrien.

Terrorverdächtiger soll lange in Türkei gewesen sein

Das Wohnhaus im Leipziger Stadtteil Paunsdorf, in welchem der flüchtige Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr am 10.10. festgenommen wurde.

Der unter Terrorverdacht in Leipzig festgenommene Syrer Dschaber al-Bakr soll sich vor seinen Anschlagsvorbereitungen in der Türkei aufgehalten haben. Der 22-jährige mutmaßliche Bombenbauer habe Deutschland im Frühjahr bis zum Spätsommer verlassen, berichtete die „Welt“ am Dienstag unter Berufung auf Ermittlerkreise. Geprüft wird demnach auch, ob er von der Türkei aus nach Syrien reiste und sich dort in einem Ausbildungslager islamistischer Terroristen schulen ließ. Vor dem Hintergrund des Falls ist eine Diskussion über mehr Kompetenzen für die Geheimdienste bei der Überprüfung von Flüchtlingen entbrannt.

Seit Mitte September vom Verfassungsschutz beobachtet

Laut „Welt“ kehrte Al-Bakr erst Ende August nach Deutschland zurück. Nach Angaben der Behörden wurde er seit Mitte September vom Verfassungsschutz beobachtet, nachdem es Hinweise auf Anschlagsplanungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf Infrastruktureinrichtungen in Deutschland gegeben habe. Zuletzt war er im nordsächsischen Eilenburg gemeldet. Aus der Wohnung dort war er aber nach Angaben von Nachbarn schon vor rund einem Jahr ausgezogen.

Dresden Der nach dem Bombenfund von Chemnitz festgenommene Terrorverdächtige Dschaber al-Bakr hatte nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler Kontakte zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS). Die Behörden werten seine Festnahme als großen Erfolg - obwohl sie erst im zweiten Anlauf glückte.mehr...

Nach seiner Rückkehr aus der Türkei hat der Syrer dem „Welt“-Bericht zufolge nach einer neuen Wohnung in Sachsen gesucht. Dabei soll er andere Asylbewerber um Hilfe gebeten haben, die allerdings misstrauisch geworden seien. Auch habe er über auffällig viel Bargeld in US-Dollar verfügt, hieß es.

Ziel sollen Berliner Flughäfen gewesen sein

Nach einem missglückten Zugriff der Polizei am Samstag in Chemnitz war Al-Bakr am Montag in Leipzig festgenommen worden. In der Chemnitzer Wohnung, in der er sich aufgehalten haben soll, fanden die Ermittler 1,5 Kilogramm hochgefährlichen Sprengstoff, Zünder und Metallteile. Laut Verfassungsschutz hatte er die Berliner Flughäfen im Visier. Die drei Syrer, die ihn am Wochenende zunächst bei sich in Leipzig aufgenommen, dann aber als Terrorverdächtigen erkannt, überwältigt und der Polizei übergeben hatten, müssen nun um ihre Sicherheit fürchten. „Denn eine solche Tat wird sicherlich vom IS nicht vergessen“, sagte der Leiter der Leipziger Syrienhilfe, Hassan Zeinel Abidine. Unter ihren Landsleuten in Deutschland sei „die mutige Tat der Syrer“ sehr gewürdigt worden.

Nach Terrorarlarm in Chemnitz

Mieter der Wohnung als Mittäter verdächtigt

Chemnitz/Dresden Zwei der am Samstag bei dem Anti-Terror-Einsatz in Chemnitz festgenommenen Männer sind nach Polizeiangaben wieder frei. Bei dem dritten Syrer besteht nach Angaben der Polizei vom Sonntag der Verdacht einer Mittäterschaft. Nach dem Hauptverdächtigen wird weiter bundesweit gefahndet.mehr...

Nach Bundeskanzlerin Angela Merkel und Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (beide CDU) dankte am Dienstag auch Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) den Syrern für ihre Hilfe. „Sie hätten „mit ihrem beherzten persönlichen Eingreifen entscheidend dazu beigetragen“, Al-Bakr „dingfest“ zu machen. „Herr Jung würde sich gern mit den drei Neu-Leipzigern persönlich treffen“, sagte sein Sprecher. Allerdings wisse man nicht, wo die Syrer derzeit seien und wie man mit ihnen in Kontakt treten könne.

Unionspolitiker bekräftigten angesichts des Falles ihre Forderung nach einer lückenlosen Überprüfung aller Flüchtlinge. Auch all diejenigen, die bereits im Land seien, müssten „auch unter Beiziehung unserer Nachrichtendienste“ überprüft werden, sagte Parteichef Horst Seehofer.

Chemnitz Terroralarm in Sachsen: Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Chemnitz wegen eines geplanten Bombenanschlags hat die Polizei mehrere Hundert Gramm Sprengstoff gefunden. Ein Verdächtiger, ein 22-jähriger Syrer, war am Samstag auf der Flucht, wie ein Sprecher des Landeskriminalamts berichtete.mehr...

SPD-, Linke und Grünen-Politiker warnten dagegen vor einem pauschalen Verdacht gegen geflüchtete Menschen. Schon jetzt hätten die Geheimdienste im Verdachtsfall Zugriff auf sensible Daten von Asylsuchenden, sagte die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke.

von dpa

CHEMNITZ Über Tage haben Ermittler einen mutmaßlichen Bombenbauer im sächsischen Chemnitz observiert. Als die Polizei zugreifen will, ist der junge Syrer schon weg. In dem Fall übernimmt nun die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen. Die Polizei hat ihren Fahndungsaufruf am Sonntagabend noch einmal konkretisiert.mehr...

Leipzig Zwei Tage nach dem Bombenfund in Chemnitz hat die Polizei den gesuchten Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr in Leipzig festgenommen. Die Festnahme des 22-jährigen mutmaßlichen Islamisten aus Syrien gelang in der Nacht zum Montag. „Wir sind geschafft, aber überglücklich“, schrieb die Polizei Sachsen am frühen Morgen auf Twitter.mehr...

 

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