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Tesla Roadster: Fahrspaß mit gutem Gewissen

Hamburg (dpa-infocom) - Die Experten sind sich einig: Das Auto der Zukunft fährt elektrisch. Nur bis es soweit ist, wird es noch etwas dauern. Das zumindest sagen die Autohersteller und verweisen auf viele Hürden, die Batterien oder Brennstoffzellen noch nehmen müssen.

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Der erste Sportwagen mit Elektroantrieb der US-Firma Tesla bietet Fahrvergnügen mit gutem Gewissen. (Bild: Tesla Motors)

Schnittig: Bei der Optik muss der «grüne» Sportflitzer den Vergleich mit der «spritfressenden» Konkurrenz nicht fürchten. (Bild: Tesla Motors)

Tesla Roadster-Besitzer müssen sich nicht mehr über Spritpreise ärgern - ihr Fahrsaft kommt aus der Steckdose. (Bild: Tesla Motors)

Tesla garantiert bei den Batterien eine Lebensdauer von vier bis fünf Jahren - das entspricht ein Laufleistung von rund 160 000 Kilometern. (Bild: Tesla Motors)

Je nach Stromstärke beträgt die Ladedauer des riesigen Batterie zwischen 3,5 und 16 Stunden. (Bild: Tesla Motors)

Für 120 000 Euro muss Tesla aber noch die Verarbeitungsqualität und Materialauswahl verbessern. (Bild: Tesla Motors)

Schneller als viele Konkurrenten: Der Tesla Roadster braucht nur 3,9 Sekunden, um ganz geräuscharm von 0 auf Tempo 100 zu beschleunigen. (Bild: Tesla Motors)

Tesla zeigt's den Großen der Autobranche

Beim kalifornischen Unternehmen Tesla sieht man das anders: Statt etwa auf die ersten Lithium-Ionen-Batterien fürs Auto zu warten, haben die Entwickler fast 7000 Laptop-Akkus kurzerhand zu einem Energiespeicher gebündelt und drum herum einen Roadster gebaut, der seit Monaten in aller Munde ist. Denn der Zweisitzer auf Basis des Lotus Elise gilt als erstes Elektroauto, das weitgehend alltagstauglich ist, jetzt in Serie produziert und ab Mai 2009 für knapp 120 000 Euro auch in Europa verkauft wird.

Ein Spaß- und kein Verzichtauto

Anders als bisherige Öko-Autos predigt Tesla nicht den Verzicht. Autofahren dürfe mit reinem Gewissen noch Spaß machen, bringt Marketing-Chef Derryl Siry die Botschaft auf den Punkt. Deshalb startet Tesla nicht mit einem abgespeckten Stadtflitzer oder einem aufgerüsteten Golfwagen, sondern mit einem waschechten Sportwagen. Entsprechend sind seine Fahrleistung: Obwohl die Batterie das Gewicht auf 1,2 Tonnen treibt, beschleunigt der Tesla schneller als die meisten Porsche. Er schießt davon wie die Autos auf einer Spielzeugrennbahn, braucht nur 3,9 Sekunden für den Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 und macht auch bei höheren Geschwindigkeiten mit jedem Tritt aufs Gaspedal noch einmal einen Satz nach vorne. Allerdings haben die Entwickler die Höchstgeschwindigkeit auf 200 km/h begrenzt.

Der Motor ist nicht größer als eine Wassermelone

Möglich werden die imponierenden Fahrleistungen mit einem 225 kW/300 PS starken Elektromotor an der Hinterachse, der kaum größer ist als eine Wassermelone und weniger wiegt als zwei Zementsäcke. Anders als bei Verbrennungsmotoren steht seine maximale Anzugskraft bereits ab der ersten Umdrehung zur Verfügung: Deshalb beschleunigt der Roadster, als würde er von einem Katapult geschossen. Bremst man den Wagen ab, arbeitet der Motor als Generator und lädt die Akkus.

Ruhe wie im Auge des Orkans

Aber nicht nur der Antritt ist begeisternd. Fast noch mehr beeindruckt die absolute Ruhe aus dem Motorraum. Natürlich muss man sich daran zunächst ebenso gewöhnen wie manch erschreckter Radfahrer an der Ampel. Doch wo sonst die Auspuffrohre röhren wie brünftige Hirsche, hört man hier allenfalls ein Surren, das alsbald im Abrollgeräusch der Reifen und dem Rauschen des Fahrtwindes untergeht. Im Tesla fährt man nicht durch die Stadt, man segelt! Und auch auf der Autobahn kann man sich plötzlich wieder mit seinem Nachbarn in normaler Lautstärke unterhalten.

Batterie statt Benzin

Wo andere Autos einen Tank haben, steckt beim Tesla das riesige Batteriepaket, das nahezu den gesamten Kofferraum einnimmt und gerade noch Platz lässt für das herausnehmbare Stoffverdeck und ein, zwei Reisetaschen. Von einer aufwendigen Elektronik gesteuert und einer speziellen Flüssigkeit gekühlt, soll sie genügend Kapazität für 365 Kilometer bieten. Ein Ladezyklus an der Steckdose dauert je nach Stromstärke zwischen 3,5 und 16 Stunden, kostet nicht einmal zehn Euro und entscheidet über die Schadstoffbilanz des Sportlers. Denn auf der Straße ist der CO2-Ausstoß zwar gleich null, doch nur wer «grünen» Strom zapft, darf wirklich guten Gewissens Gas geben.

Beim Service verliert der Roadster seinen Sex-Appeal

Bislang gilt die Batterie als Knackpunkt eines Elektroautos, weil ihre Kapazität über die Lebensdauer abnimmt. Kritiker fürchten deshalb, dass der Roadster schnell an Tempo und Reichweite einbüßt. Tesla dagegen garantiert eine Lebensdauer von vier bis fünf Jahren oder rund 160 000 Kilometern. Danach müsse man Beeinträchtigungen hinnehmen oder für etwa 15 000 Euro einen neuen Akku kaufen. Zwar müssen auch Verbrenner zum Service, doch wenn die Preise bis dahin nicht sinken, verliert der Stromer spätestens dann an Sex-Appeal.

Nachsitzen bis zur Markteinführung

Neben den offenen Fragen zur neuen Technik hat der Roadster auch ein paar handwerkliche Schwächen, die Tesla bis zur Markteinführung aber beheben will: Denn bislang stehen - Sitzheizung hin, Lederpolster her - Verarbeitungsqualität und Materialauswahl im krassen Widerspruch zum Preis. Und auch das Fahrwerk dürfte etwas komfortabler abgestimmt sein.

Fazin: Kein Weltenretter, aber ein wichtiger Wegbereiter

Davon unbenommen ist und bleibt der Tesla ein faszinierendes Auto, das mehr Spaß macht als jeder konventionelle Sportwagen. Natürlich wird ein Stromer für 120 000 Euro weder die Massen erreichen, noch die Welt verändern, sondern allenfalls als Lustobjekt für Reiche mit reinem Gewissen dienen. Und ein Auto für alle Lebenslagen ist der Tesla mit zwei viel zu engen Sitzen, einem Witz von Kofferraum und unter 400 Kilometern Reichweite auch nicht. Doch als Botschafter für Fahrspaß ohne Risiken und Nebenwirkungen ist er wichtiger denn je.

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