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Teuerungsrate zieht im März wieder auf 1,6 Prozent an

Wiesbaden. Das Leben in Deutschland ist wieder teurer geworden. Dennoch hält sich die Inflation immer noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau.

Teuerungsrate zieht im März wieder auf 1,6 Prozent an

Die Inflationsrate hat unter anderem wegen höherer Kosten für Nahrungsmittel und Energie zugelegt. Foto: Jens Büttner/Symbol

Anziehende Energiepreise und Preisaufschläge bei Reisen zu Ostern haben die Teuerungsrate in Deutschland wieder etwas nach oben getrieben.

Die Verbraucherpreise lagen im März um 1,6 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mitteilte. Im Februar hatte die Inflation bei 1,4 Prozent gelegen, im Januar waren es ebenfalls 1,6 Prozent.

Energie verteuerte sich nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde binnen Jahresfrist um 0,5 Prozent, für Nahrungsmittel mussten Verbraucher 2,9 Prozent mehr zahlen. Bei Dienstleistungen ging es um 1,8 Prozent nach oben - hierzu zählen auch Mieten (plus 1,6 Prozent), die gut ein Fünftel der Konsumausgaben der privaten Haushalte ausmachen. Von Februar auf März des laufenden Jahres stiegen die Verbraucherpreise insgesamt um 0,4 Prozent.

„Unter Herausrechnung der volatilen Energie- und Nahrungsmittelpreise bleibt der Preisauftrieb aber nach wie vor überschaubar“, analysierte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig für den gesamten Euroraum eine Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent an. Dieser Wert gilt als Garant für stabile Preise, weil er weit genug entfernt ist von der Nullmarke. Denn sind Preise dauerhaft niedrig oder sinken gar auf breiter Front, könnten das Unternehmen und Verbraucher verleiten, Investitionen aufzuschieben. Das könnte Wachstum ausbremsen. Trotz Nullzins und Geldflut ist das EZB-Inflationsziel noch weit entfernt.

Viele Sparer in Deutschland verlieren in der Nullzinsphase bares Geld. Rund 2,2 Billionen Euro sind als Tagesgeld oder Festgeld geparkt - zu mickrigen Zinsen. Und die werden noch von der inzwischen höheren Inflationsrate aufgefressen: Nach Berechnung der Comdirect lag der Realzins - also der tatsächliche Zins für Spareinlagen nach Abzug der Inflation - im ersten Quartal 2018 bei minus 1,31 Prozent. Somit verloren Sparer in Deutschland in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 7,16 Milliarden Euro oder pro Kopf 86 Euro. Seit 2010 habe jeder Deutsche im Schnitt 999 Euro wegen Sparzinsen unterhalb der Inflationsrate verloren, rechnete die Commerzbank-Tochter vor.

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