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The Decemberists ändern ihren Kurs

Berlin. Als Stil- und Zeitgenossen von Folkrock-Bands wie R.E.M., Arcade Fire oder Bright Eyes füllten sie zuletzt große Hallen. Doch nun suchen The Decemberists Inspiration im Pop der 70er und 80er Jahre. Es ist nicht ihr erster mutiger Kurswechsel.

The Decemberists ändern ihren Kurs

Gelage am Lagerfeuer: The Decemberists. Foto: Beggars Group

The Decemberists sollen jetzt wie New Order klingen, so schallte es vor einigen Wochen etwas besorgt aus den sozialen Netzwerken. Die Folkrock-Band aus Portland im US-Staat Oregon als Wiedergänger von Synthiepop-Helden der 80er Jahre?

Ganz so dramatisch fällt der Kurswechsel auf dem achten Studioalbum des vor allem in Nordamerika sehr erfolgreichen Quintetts dann doch nicht aus. Der hymnische, gitarrenlastige Decemberists-Sound mit Wurzeln in der US-Musikhistorie ist schon noch vorhanden (etwa in „Starwatcher“ oder „Sucker's Prayer“).

Doch insgesamt waren bei den Aufnahmesessions für „I’ll Be Your Girl“ mit Top-Produzent John Congleton (Lana Del Rey, St. Vincent) mehr Keyboards an Bord als üblich. Das Klangbild hat sich vom Modern-Country und Folk früherer Werke fortentwickelt.

So geht es teilweise in Richtung einer glamourösen Popmusik, die - ähnlich wie zuletzt Arcade Fire mit ihren ABBA-Referenzen - Erinnerungen an die 70er weckt. Die vier schwedischen Pop-Genies standen nun auch bei den Decemberists Pate („Your Ghost“), ebenso T. Rex („We All Die Young“) und Roxy Music („Severed“).

„Wenn man 17 Jahre in einer Band ist, verfällt man zwangsläufig in gewisse Gewohnheiten“, sagt Frontmann Colin Meloy. „Daher war unser Anspruch, so richtig aus der Komfortzone herauszukommen.“

Das gelang den Decemberists schon einmal: Mit „The Hazards Of Love“ verfielen sie 2009 in einen wuchtigen Progressive-Rock, bei dem ihnen viele Fans aber nicht folgen mochten. Danach kehrten sie mit „The King Is Dead“ (2011) zu ihren Kernkompetenzen zurück - und erreichten prompt Platz eins der US-Albumcharts.

Insofern ist „I’ll Be Your Girl“ mit der erneuten Abkehr vom Gewohnten ein mutiges Album. Und vermutlich nicht der letzte stilistische Haken, den die Decemberists schlagen.  

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