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Theaternacht im balou : Claudia und die "68er"

BRACKEL Im Café balou an der Oberdorfstraße erlebten die Besucher im Rahmen der Dortmunder Theaternacht eine Reise zurück in die "68er".

von Von: Nadine Weinands

, 24.08.2008
Theaternacht im balou : Claudia und die "68er"

Zusammen auf einer Zeitreise in die 68er: Maris del Mestre, Jörg Schlotterer, Claudia Roth und Martin Werner (v.l.).

Eine Zeit, die die Welt nachhaltig verändert hat. Eine Zeit, in der Träume geboren wurden - von einer friedvolleren Welt mit mehr Gerechtigkeit.

Im ersten Teil des Abends gab es dazu Multimediaclips, Bilder, Texte und selbstverständlich: Musik. Musik der legendären Anarcho-Band "Ton Steine Scherben" (TSS) um Rio Reiser aus den frühen 70ern.

Gitarrist und Sänger Marius del Mestre, TSS-Flötist Jörg Schlotterer und natürlich Martin Werner, TSS-Keyboarder und mittlerweile Kulturbeauftragter des balou und Initiator der Veranstaltung bereiteten den Gästen einen unterhaltsamen Abend mit Hits wie "Menschenfresser" und "Mach kaputt, was dich kaputt macht".

Selbstironische berichte über eine vergangene Zeit  

Im zweiten Teil stand jedoch jemand anderes im Mittelpunkt: Claudia Roth, Front-Frau der Grünen und ehemalige TSS-Managerin las aus ihrem Buch "Das Politische ist privat" und sprach über ihre Entwicklung von der Theatermacherin zur Polit-Berühmheit. Witzig und selbstironisch berichtete sie über ihre Zeit in der chaotischen TSS-Kommune im dörflichen Fresenhagen und ihrer missratenen Bewerbung zur Pressesprecherin der Grünen. Ebenso ernst und emotional wird sie jedoch, als sie über das von ihr eingereichte Gnadengesuch der in den USA zum Tode verurteilten Deutschen Walter und Karl la Grand erzählt. Das Gesuch wurde abgelehnt, die Verurteilten hingerichtet. "Ein Ereignis, das mich stark prägte", verrät Claudia Roth bewegt. Man solle sich, so die Politikerin, auch heute noch immer wieder mit solchen Dingen auseinandersetzen. "In Zeiten von Guantanamo und Kandahar muss um Freiheit und Balance wieder gekämpft werden. In den 40 Jahren ist viel passiert, doch es ist noch lange nicht Land in Sicht." Solch bittere Erkenntnisse hielten die Grünen-Vorsitzenden aber nicht davon ab gute Laune zu verbreiten. Laut sang sie jedes Lied "der Scherben" mit und hatte offensichtlich genauso viel Freude an dem Abend wie die zahlreichen Besucher.