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Therapieerfolge bei übergewichtigen Kindern

München (dpa) Spezielle Therapien können dicken Kindern beim Abspecken helfen und das Risiko für Herzerkrankungen senken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Ulm, die auf dem Europäischen Kardiologenkongress in München vorgestellt wurde.

Therapieerfolge bei übergewichtigen Kindern

In Deutschland sind 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche übergewichtig, weitere 800 000 leiden unter Fettsucht.

Eine andere dort präsentierte Untersuchung der Uni Leipzig belegt, dass Schüler durch eine Stunde Sportunterricht pro Tag ihre Fitness deutlich verbessern können. An dem Kongress nehmen noch bis Mittwoch mehr als 25 000 Herzspezialisten teil.

Erhebungen des Robert Koch-Instituts zufolge sind in Deutschland 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 17 Jahren übergewichtig, weitere 800 000 leiden unter Fettsucht (Adipositas).

An der von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung initiierten Ulmer Studie waren 1916 übergewichtige Kinder und Jugendlichen zwischen 8 und 16 Jahren beteiligt. 55 Prozent von ihnen konnten durch die Therapie abnehmen. Dabei purzelten bei Kindern, die in stationären Reha-Einrichtungen betreut wurden, mehr Pfunde als bei Patienten ambulanter Einrichtungen, berichtete Ulrike Hoffmeister von der Universität Ulm. Die Mädchen und Jungen bekamen in der Therapie eine Diät verordnet, erhielten psychologische Betreuung und nahmen an Ernährungsschulungen und Bewegungsprogrammen teil. Dadurch konnten auch Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert werden.

Für die Studie zum Sportunterricht wurden 333 Kinder aus elf Klassen der 6. Jahrgangsstufe untersucht. Fünf Klassen behielten den regulären Sportunterricht von zwei Stunden pro Woche bei, sechs Klassen bekamen für ein Schuljahr zusätzlich täglich eine Sportstunde. Die Mädchen und Jungen mit mehr Sportstunden waren nach der Untersuchung eindeutig fitter als ihre Mitschüler.

Auf dem Kongress wurde auch eine Studie vorgestellt, nach der die tägliche Einnahme von Omega-3-Fettsäure Menschen mit chronischer Herzschwäche helfen kann: Die Substanz senkte die Sterblichkeit; zudem mussten die Patienten seltener wegen Herzbeschwerden ins Krankenhaus. «Der positive Effekt ist zwar geringer als erwartet, aber die Daten geben doch einen klaren Hinweis, dass bei Herzschwäche-Patienten ungesättigte Fettsäuren als zusätzliche Therapie sinnvoll sind», sagte Studienleiter Prof. Luigi Tavazzia.

Die beteiligten Kardiologen hatten für die Studie 6975 Patienten in 356 italienischen Krankenhäusern untersucht. Neben Medikamenten zur Standard-Behandlung für Herzschwäche bekamen 3494 Patienten täglich ein Gramm Omega-3-Fettsäure, 3481 erhielten ein Scheinmedikament. In der ersten Gruppe starben 27 Prozent der Patienten an ihrer Herzschwäche, in der Placebo-Gruppe 29 Prozent.

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