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EU-Austritt Grßbritanniens

Theresa May nennt Termin für Brexit-Verhandlungen

LONDON Premierministerin May hat sich lange Zeit gelassen - jetzt nennt sie erstmals ein Datum für den Beginn der Brexit-Verhandlungen: März nächsten Jahres. Dann aber wird es erst richtig kompliziert, denn dann müssen EU-Gesetze in nationales Recht übernommen oder ganz abgeschafft werden.

Theresa May nennt Termin für Brexit-Verhandlungen

Es handle sich um "den ersten Schritt dahin, dass Großbritannien wieder ein souveränes und unabhängiges Land" werde, sagte May der "Sunday Times".

Mehr als drei Monate nach dem Brexit-Schock hat die britische Premierministerin Theresa May den Beginn der Austrittsverhandlungen mit der EU für kommenden März angekündigt. „Wie Sie wissen, habe ich immer gesagt, dass wir es (den Verhandlungsprozess) nicht vor Jahresende auslösen werden, damit wir Vorbereitungen treffen können“, sagte sie am Sonntag in der BBC.

„Aber ja, ich werde in meiner Rede heute sagen, dass wir Artikel 50 (des EU-Vertrages) vor Ende März nächsten Jahres auslösen werden“, fügte sie kurz dem Parteitag ihrer Konservativen Partei hinzu. Der Artikel 50 regelt den Austritt eines EU-Landes. Zur Frage, wie sie die Beziehungen ihres Landes zur EU nach dem Brexit gestalten will, hielt sie sich aber weiter bedeckt. 

Andere EU-Mitglieder drängen zu Verhandlungen

Die verbleibenden 27 EU-Mitglieder drängen May seit der Entscheidung der Briten für den Ausscheiden aus der Europäischen Union beim Brexit-Referendum im 23. Juni zu einem schnelleren Beginn der Verhandlungen. Die Phase der Unsicherheit müsse so kurz wie möglich sein. Die Austrittsverhandlungen müssen spätestens zwei Jahre nach der Aktivierung nach Artikel 50 des Lissabon-Vertrages abgeschlossen sein.

Bereits am Vortag hatte May erstmals einen Hinweis darauf gegeben, wie der Ausstieg Großbritanniens aus der EU ablaufen soll. In einem Interview der „Sunday Times“, das am Sonntag teilweise veröffentlicht wurde, kündigte sie eine Gesetzesinitiative an, durch die EU-Recht in Großbritannien aufgehoben werden soll.

Ein Gesetz zur Aufhebung der EU-Gesetze

Der sogenannte Great Repeal Bill (Großes Aufhebungsgesetz) soll demnach im kommenden Frühjahr bei der Thronrede der Queen verkündet und dann zur Abstimmung in die Parlamentskammern gehen. Gleichzeitig sollen die EU-Vorschriften in nationales Recht überführt werden. Erst nach und nach werde sich London dann von missliebigen Gesetzen aus EU-Zeiten verabschieden. Es handle sich um „den ersten Schritt dahin, dass Großbritannien wieder ein souveränes und unabhängiges Land“ werde, sagte May der „Sunday Times“.

In Kraft treten soll das neue Abschaffungsgesetz aber erst, wenn Großbritannien tatsächlich aus der EU ausgeschieden ist. Damit wird spätestens zwei Jahre nach dem Beginn der Austrittsverhandlungen gerechnet. Die Ankündigung kam kurz vor Beginn des Parteitags der britischen Konservativen am Sonntag in Birmingham.

Fraglich ist, ob es May bei der viertägigen Konferenz gelingen wird, ihre Partei auf eine gemeinsame Linie für die anstehenden Verhandlungen einzuschwören. Selbst innerhalb des Kabinetts ist heftig umstritten, ob Großbritannien zugunsten strengerer Einwanderungsregeln für EU-Bürger auf einen Zugang zum Europäischen Binnenmarkt verzichten sollte. Der Druck auf May, hier für Klarstellungen zu sorgen, wird jedoch immer größer.

von dpa

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