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Tierheim an der Wetterstraße öffnet die Türen

WITTEN Müde lässt Lotti sich kraulen, in Anbetracht der Artenvielfalt lohnt sich kaum ein Bellen: Es ist Tag der offenen Tür im Tierheim an der Wetterstraße.

von Christine Wagner

, 11.08.2008
Tierheim an der Wetterstraße öffnet die Türen

Tierheimleiterin Ina Schmidt und ihre Mitarbeiter gewährten beim ?Tag der offenen Tür? Einblick in ihre Arbeit.

Tierheimleiterin Ina Schmidt streichelt gestern Mittag das Ohr der Mischlingshündin und bekräftigt: „Dieser Tag ist Tradition, es geht darum, den Leuten das Tierheim näher zu bringen“. Sie muss es wissen, seit 1991 ist sie dort im Einsatz für alle, die gefunden oder einfach abgegeben wurden. „Da waren neulich die sechs Schafböcke, die auf der A 43 in Richtung Münsterland unterwegs waren. Ihr Halter war im Urlaub“, erinnert sich Schmidt an einen etwas ungewöhnlichen Fall. Dem Schwiegersohn waren die Tiere entwichen. Als er ausfindig gemacht werden konnte, durften die Hammel zurück auf ihre Koppel.

Knapp 120 Tiere zählt das Heim zur Zeit, darunter alles, was das Herz begehrt: Bernhardiner, Boxer, Bullterrier aber auch Kaninchen, Katzen und Kanarienvögel. „Früher oder später werden alle vermittelt, nur die Kampfhunde haben es schwer“, weiß Ina Schmidt. Ist nicht sicher, ob der Vierbeiner zum Beißen abgerichtet wurde, dann kommt er auf den Platz der Diensthundestaffel Bochum. „Die Männer in Uniform haben eine andere Wirkung“, begründet Schmidt. Da würde aggressives Verhalten auf jeden Fall zu Tage treten. Aber auch Tiere mit mangelndem Selbstbewusstsein laufen im Tierheim auf: Da kommt es darauf an, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen „und dem Tier zu zeigen, warum es auf der Welt ist“.

Auf dem Hof herrscht buntes Treiben: Bratwurst und Bierzelt fehlen nicht, Tombola und Trödelmarkt sammeln für die Tiere. Eine Playback-Band sorgt für Stimmung, Kinder können Quad fahren oder die Diensthundestaffel aus Bochum bestaunen. Und nicht zu vergessen: Die Tiere sind hautnah zu erleben. Da drängt es so manche Kinderhand an die Gitterstäbe des Papageienkäfigs oder Nasen drücken sich an der Scheibe zum Katzenhaus platt. Auch das Thema Tierschutz ist präsent. Dagmar Schmitz von ProVieh berichtet mit Elan von artgerechter Haltung. „Jedem Schwerverbrecher geht es besser als einem Huhn im Stall“, sagt sie und verteilt Flyer. Eine bekannte Parole - die dennoch immer wiederholt werden muss.