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Tintenkleckse gegen Linearität

HERBEDE Neuere Arbeiten des in Mülheim an der Ruhr lebenden Künstlers Dirk Hupe sind ab morgen, 21. Oktober in der Galerie Haus Herbede zu sehen. Unter dem Titel „Sprachbilder“ zeigt Hupe Werke aus den letzten zwei Jahren – vor allem Bilder, die mittels einer speziell entwickelten Lacktechnik entstanden sind. Als Leinwandersatz und Grundstoff dient Hupe dabei Gardinenstoff.

von Von Andreas Tietz

, 19.10.2007
Tintenkleckse gegen Linearität

Hupe: „Ich möchte die Menschen dazu bewegen, nicht nur auf die Oberfläche zu schauen.“

Die so entstehenden mehrschichtigen Bilder zeigen abstrakte Motive, die manchmal an Tintenkleckse, dann wieder an Blutflecke erinnern und immer mit Wortfragmenten und einzelnen Buchstaben kombiniert sind. Ihre räumliche Wirkung verändert sich je nach Lichteinfall und Standort des Betrachters.

Mehrschichtige Metaphern

Mit seinem Werk verbindet Hupe, der in Düsseldorf und Essen Philosophie und Kommunikationsdesign studierte, ebenso mehrschichtige Metaphern. „Das Denken ist nicht linear, daher geht es mir darum, die alltägliche Linearität aufzubrechen, wie sie uns etwa in den Textzeilen eines Buches begegnet“, meint Hupe.

„Ich möchte die Menschen dazu bewegen, nicht nur auf die Oberfläche zu schauen, sondern auch darauf, was hinter den Dingen oder zwischen den Zeilen steckt.“

Wortfragmente aus nicht publizierten Texten

Seine Wortfragmente entnimmt der Künstler übrigens seinen eigenen Texten – Gedichten zumeist, die er nicht publiziert. Durch mehrfaches Vergrößern und Kopieren erscheinen die Buchstaben gebrochen, wie zerfressen: „Die Maschinen zerstören unsere Sprache“, malt Hupe eine weitere Metapher und spielt damit auf die immer größere Reiz- und Bilderflut unseres multimedialen Alltags an.

Mit seinen Sprachbildern, in denen Hupe gleichsam „Sprachpräparate“ sieht, will er dieser Flüchtigkeit symbolisch etwas entgegensetzen und den Betrachter zum innehalten bewegen. Die Ausstellung „Sprachbilder – neue Arbeiten“ von Dirk Hupe wird am Sonntag, 21. Oktober, um elf Uhr durch Volker Marquass von der Galerie Haus Herbede eröffnet.

Die Bilder sind dort bis einschließlich 11. November zu sehen.