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Titz macht HSV wieder Hoffnung - Missverständnis um Ginczek

Stuttgart. Nach dem 1:1 gegen den VfB mussten die HSV-Spieler vor allem über ihre Meinung zum Torjubel von Daniel Ginczek sprechen. Viel wichtiger war den Profis aber eine andere Botschaft: Fußball unter Trainer Titz macht Spaß - und rettet den Hamburger SV vielleicht doch noch.

Titz macht HSV wieder Hoffnung - Missverständnis um Ginczek

Sorgte mit seinem Torjubel für Diskussionen auf der HSV-Bank: Stuttgarts Daniel Ginczek. Foto: Daniel Maurer

Nur zur Diskussion um die missverstandene Torfeier von Daniel Ginczek konnte Christian Titz nichts Erhellendes beitragen.

„Ich habe es nicht gesehen“, sagte er nach dem 1:1 des Hamburger SV beim VfB Stuttgart zum Jubel des Stuttgarters, der die HSV-Profis verärgerte. Ansonsten aber war der neue Trainer des HSV mit seinen Ideen und Vorgaben ein maßgeblicher Grund dafür, dass Spieler und Fans der Hanseaten auch nach dem 15. Bundesligaspiel in Serie ohne einen Sieg die Hoffnung auf ein Fußball-Wunder und den Verbleib in Deutschlands höchster Spielklasse nicht aufgaben.

„In unserer Situation wissen wir, dass nur Siege helfen“, sagte Titz am Samstag zwar, betonte aber auch: „Wir haben auch viele gute Ansätze gesehen.“

Einen Tag vor Titz' 47. Geburtstag am Sonntag leistete sich der HSV zwar immer noch grobe Fehler in der Abwehr und war weit entfernt von einem souveränen Spiel, doch vor allem die Anfangsphase war gut. Im Verlauf der Partie hatten die Gäste zudem immer wieder die Kontrolle über Ball und Gegner. Und das mit einer Art zu spielen, die in Hamburg schon lange kein Trainer mehr verlangt hat.

„Wir spielen mutigen Fußball, wir spielen hinten raus, wir kloppen die Bälle nicht mehr blind nach vorne“, sagte André Hahn nach der Partie. „Der Trainer hat einen klaren Plan, eine klare Taktik, die er umsetzen will. Die ist ein bisschen komplizierter, nicht ganz so leicht. Deswegen haben uns diese zwei Wochen sehr weiter geholfen“, berichtete er nach der Länderspielpause.

Der Bundesliga-Dino ist zwar immer noch Tabellenletzter und hat den nächsten Negativrekord inne. Doch trotzdem entwickelt sich an der Elbe sechs Spieltage vor Schluss offenbar der Glaube an ein weiteres Jahr Bundesliga. „Ich bin davon überzeugt, dass die Spielart uns weiterbringen wird. Die Handschrift ist klar zu erkennen und ich finde die nur absolut positiv“, sagte Lewis Holtby nach dem Remis gegen die Schwaben, die ihrerseits wohl alle Sorgen los sind.

Unter den Trainern Markus Gisdol und Bernd Hollerbach saß Holtby zumeist auf der Bank oder der Tribüne - Titz dagegen setzt voll auf den ehemaligen Nationalspieler, stellte ihn gegen Hertha BSC und in Stuttgart in die Startelf und bekam es mit Leistung gedankt. Das 1:0 in der 18. Minute war Holtbys erster Treffer seit dem zweiten Spieltag. „Das freut mich für Lewis, er hat eine sportlich schwierige Zeit hinter sich“, sagte Titz über den Profi, mit dem er auch befreundet ist. „Das wird ihm sehr gut tun, dass er sich mit einem Tor belohnt hat. Das steigert bei jedem Spieler das Selbstvertrauen.“

Holtby feierte sein zweites Saisontor wild tanzend in Anlehnung an Bewegungen aus einem beliebten Spiel für die Playstation. Auch Ginczek bezog sich nach dem Ausgleich in der 44. Minute mit seinem Jubel auf das Spiel Fortnite, brachte damit aber die HSV-Profis gegen sich auf. Der Stürmer des VfB Stuttgart war in die Luft gesprungen und hatte sich gedreht. Das sah ähnlich aus wie der Jubel, durch den sich HSV-Profi Nicolai Müller zu Saisonbeginn das Kreuzband gerissen hatte. Ginczek beteuerte, dies sei ihm überhaupt nicht in den Sinn gekommen und entschuldigte sich nach Angaben der HSV-Spieler auch in der Gäste-Kabine für das Missverständnis.

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