Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Polen-Böller im Kondomautomaten

Tödliche Sprengung: Bewährungsstrafen für Täter

Ahaus/Schöppingen Weihnachten 2015: Drei Männer wollen einen sogenannten Polen-Böller ausprobieren. Sie stecken ihn in einen Kondomautomaten und zünden ihn an. Die Explosion reißt den Automaten komplett auseinander. Als der Rauch sich legt, ist einer der drei tot. Am Dienstag standen die zwei Überlebenden vor dem Ahauser Amtsgericht.

Tödliche Sprengung: Bewährungsstrafen für Täter

Der illegale Böller hatte den Kondomautomaten in Schöppingen komplett auseinandergerissen. Ein 29 Jahre alter Mann aus Schöppingen wurde von einem abgerissenen Metallteil am Kopf getroffen.

Das Gericht verhängte schließlich Bewährungsstrafen: 18 Monate für den 28-jährigen Schöppinger, der als Haupttäter gilt. Er muss zusätzlich 150 Sozialstunden leisten. Der andere Angeklagte wurde zu neun Monaten und einer Geldauflage von 2000 Euro verurteilt, weil er nicht unmittelbar beteiligt war. Er hatte am Steuer des Autos gesessen und die Sprengung gefilmt.

Lautstärke des Knalls getestet

Das Trio war am zweiten Weihnachtsfeiertag 2015 mit dem Auto zu dem Automaten gefahren. Dort hatten sie den Böller angezündet. Nicht um den Automaten aufzusprengen, sondern um die Lautstärke des Knalls zu testen. Das erklärten die beiden Angeklagten vor Gericht. Ein 29-jähriger Mann aus Schöppingen war damals nicht schnell genug zurück in das Auto gekommen und wurde von einer abgesprengten Metallleiste am Kopf getroffen. Die beiden Mittäter brachten ihn mit ihrem PKW ins Krankenhaus nach Ahaus. Reanimationsversuche blieben ohne Erfolg.

Tat ist nicht zu erklären

"Jegliches Verständnis für diese Tat fehlt", sagte Benedikt Vieth, Direktor des Amtsgerichts Ahaus, nach der Urteilsverkündigung gegenüber der Münsterland Zeitung. Schon bei einem Jugendlichen sei eine solche Tat nicht zu erklären. "Die drei Männer waren aber 27 und 29 Jahre alt", so Vieth weiter. Die Männer hatten vollumfänglich gestanden. Eine Erklärung konnten sie indes den Richtern nicht liefern. Lediglich soviel: Sie hätten die Sprengkraft des illegalen Böllers testen wollen, fasste Benedikt Vieth zusammen. Einer der Angeklagten habe den Sprengkörper gegenüber den anderen sogar noch besonders angepriesen.

Opfer war gleichzeitig Täter

Am Ende hätten sie noch immenses Glück im Unglück gehabt, weil keine Unbeteiligten zufällig an dem Automaten vorbeikamen und verletzt wurden. Dann hätte die Anklage auf Gefährdung von Personen gelautet - mit einem entsprechend höheren Strafmaß. So jedoch war das Opfer gleichzeitig Täter: "Der Mann, der ums Leben gekommen ist, war an der Tat selbst maßgeblich beteiligt", erklärte Vieth. Dennoch sei dieses extrem gefährliche und ignorante Verhalten strafverschärfend gewertet worden.

Gleichzeitig seien die beiden Männer schon gestraft genug. Ein Punkt, den das Gericht strafmildernd wertete: Einer der Überlebenden ist der Bruder, der andere der beste Freund des Toten.

 

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Sondierungen in Berlin

Optimismus und Skepsis nach Jamaika-Gesprächen

Berlin Jamaika ausloten, Tag zwei: FDP und Grüne wollten am Donnerstag bei ihrem Treffen bei Blumenkohlsuppe und Streuselkuchen nicht zu sehr in Verletzungen der Vergangenheit rumwühlen. Nebenbei rumort es aber ordentlich - vor allem im konservativen Lager.mehr...

Fußball: Champions League

FC Bayern schlägt Celtic Glasgow ohne Probleme

MÜNCHEN Der deutsche Fußball-Meister FC Bayern München hat den Einzug in das Achtelfinale der Champions League wieder fest im Visier. Die Münchner gewannen am Mittwoch am dritten Spieltag der Gruppe B daheim 3:0 (2:0) gegen Celtic Glasgow.mehr...

Nach ersten Gesprächen

Jamaika: "Gutes Gefühl", aber steiniger Weg

Berlin Ein Anfang ist gemacht: Von einem "guten Gefühl" ist die Rede nach der ersten Jamaika-Runde von Union, FDP und Grünen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gespräche nun Schlag auf Schlag. Allerdings ist der Weg bis zu einem Koalitionsvertrag noch lang und steinig.mehr...

Nach ersten Gesprächen

Jamaika: "Gutes Gefühl", aber steiniger Weg

Berlin Ein Anfang ist gemacht: Von einem "guten Gefühl" ist die Rede nach der ersten Jamaika-Runde von Union, FDP und Grünen. In den kommenden Tagen folgen weitere Gespräche nun Schlag auf Schlag. Allerdings ist der Weg bis zu einem Koalitionsvertrag noch lang und steinig.mehr...

Urteil naht

13 Jahre Haft gefordert: Camperin vergewaltigt?

BONN 156 Monate Freiheitsentzug – das fordert die Staatsanwaltschaft im Fall gegen einen 31-Jährigen. Dieser soll im April in der Nähe von Bonn eine junge Frau bedroht und vergewaltigt haben. Am Donnerstag soll das Urteil fallen. Der Angeklagte hat zum Vorfall eine völlig andere Sichtweise.mehr...

Politik

Sachsens Regierungschef Tillich wirft nach Wahlschlappe hin

Dresden (dpa) Bei der Bundestagswahl jubelte die AfD in Sachsen - und löste die CDU als stärkste Kraft im Freistaat ab. Nun zieht Regierungschef Tillich persönliche Konsequenzen. Seine CDU wird kalt erwischt.mehr...