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Prozess am Landgericht Aachen

Tötung mit Überdosis - Berufsverbot aufgehoben

Aachen Die Dosis Morphium war tödlich. Der Ehemann der Ärztin, einer ehemaligen drogenabhängigen Prostituierten, starb. Sie darf zwar grundsätzlich wieder in ihrem Beruf arbeiten. Aber das Strafmaß war selbst im dritten Prozess empfindlich hoch.

Tötung mit Überdosis - Berufsverbot aufgehoben

Die Angeklagte sitzt am 6. März 2014 im Landgericht in Aachen auf ihrem Platz.

Eine 40-jährige Ärztin, die ihren Ehemann mit einer Überdosis Morphium getötet hat, darf jetzt doch wieder in ihrem Beruf arbeiten. Das Landgericht Aachen hob am Dienstag im dritten Prozess ein lebenslanges Berufsverbot auf. Es sei nicht anzunehmen, dass sich eine solche Tat wiederholen werde, stellte das Gericht im dritten Prozess zu diesem Fall fest. Der Bundesgerichtshof hatte die beiden vorausgegangenen Urteile aufgehoben. Die Aachener Richter mussten nun das zuvor verhängte lebenslange Berufsverbot und das Strafmaß wegen Totschlags prüfen, die Schuld der Frau war nicht mehr strittig.

Sieben Jahre und acht Monate Haft

Die Hoffnung auf ein deutlich geringeres Strafmaß erfüllte sich für sie aber nicht. Mit sieben Jahren und acht Monaten Haft wegen Totschlags in einem minder schweren Fall blieben die Richter nur leicht unter dem vorherigen Strafmaß von acht Jahren. Die Verteidigung hatte eine Strafe von maximal sechs Jahren und sechs Monaten gefordert.

Die ungewöhnlich lange Untersuchungshaft von über vier Jahren wird angerechnet. Die Frau, die zuletzt Haftverschonung genoss und auf freiem Fuß war, müsse aber noch sieben Monate Haft verbüßen, rechnete der Vorsitzende Richter Jürgen Beneking vor. Dann werde entschieden, ob die Rest-Strafe zur Bewährung ausgesetzt werde. Gegen das Urteil ist erneut Revision zugelassen.

Verhältnis mit jüngeren Mann begonnen

Nach der unangefochtenen Feststellung des Landgerichts war es 2011 zum Streit zwischen der Ärztin und ihrem knapp 50 Jahre älteren Ehemann gekommen. Die Frau hatte ein Verhältnis mit einem jüngeren Mann begonnen und wollte eine Stelle als Ärztin in Süddeutschland annehmen. Als der Ehemann dafür sorgen wollte, dass sie ihre Berufszulassung verliert, tötete sie ihn mit einer Überdosis Morphium. Im ersten Prozess war sie wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden, im zweiten wegen Totschlags zu acht Jahren Haft.

Vor Gericht hatte die Frau betont, sie habe ihr ganzes Leben lang gekämpft. Sie war früher eine drogenabhängige Prostituierte, holte den Schulabschluss nach, studierte und wurde Ärztin. „Ich möchte wieder in der Gesellschaft ankommen“, sagte sie. Sie habe die Aussicht auf eine Stelle als Ärztin. 

von dpa

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