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Tradition seit vier Generationen

Gelbe Schule

Eins haben sie alle gemeinsam: Ihr Lieblingsfach ist Mathe. Selbst die sechsjährige Julia, die erst in zwei Wochen eingeschult wird, kann schon das Einmaleins. Julia ist die vierte Generation – allesamt weiblich – einer Aplerbecker Familie, die die Gelbe Schule besucht.

APLERBECK

von Von Christian Stein

, 21.08.2010
Tradition seit vier Generationen

Drei Frauen, ein Mädchen, eine Schule: Mit Julia besucht bald die vierte Generation die Aplerbecker Grundschule.

Den Anfang machte damals Lore Postert. Die 80-Jährige ist mittlerweile Ur-Oma, Oma und Mutter und ging von 1941 bis 1944 auf die Aplerbecker Grundschule. „Eine harte Zeit“, erinnert sich die gebürtige Ergsterin. 1943 wurde die Schule an der Köln-Berliner-Straße geschlossen. „Wegen feindlicher Luftangriffe“ steht als Bemerkung auf Lore Posterts Schulzeugnis, das als trauriges Erinnerungsstück an den Nationalsozialismus noch ein schwarzes Hakenkreuz als Briefkopf trägt.

Für neun Monate musste die 80-Jährige in Engen in Baden zur Schule gehen – und das mit viel Freude. „Ich habe immer gerne gerechnet. Zeichnen aber konnte ich gar nicht“, gesteht die Mutter von Christel Kedzia. Die 55-Jährige ist die zweite im Bunde, die von 1961 bis 1965 ihre schulische Laufbahn an der Köln-Berliner-Straße begann. „Ebenfalls Mathe“, antwortet sie auf die Frage, welches ihr Lieblingsfach war. „Englisch, das mochte ich überhaupt nicht. Und das bis heute“, stellt Christel Kedzia fest. Ihre Tochter ist Stefanie Kedzia, die jedoch seit ihrer Hochzeit den Nachnamen ihres Mannes „Neumann“ trägt. Die 30-Jährige ging von 1986 bis 1990 auf die „Gelbe Schule“. Als gelernte Bankkauffrau liegt Stefanie Neumann – wie sollte es in dieser Familie auch anders sein – besonders Mathe. Wenn sich die Hausfrau an ihre Laufbahn auf der Aplerbecker Grundschule zurück erinnert, kommt ihr ihre alte Biologie-Lehrerin in den Sinn. „Ich habe Bio gehasst“, betont die 30-Jährige, „aber nur wegen der Lehrerin.“ Einen Namen wollte sie nicht nennen. „Lieber nicht“, sagt die Aplerbeckerin und lacht. Sonst habe ihr die Schule Spaß gemacht.

Ähnlich wie ihrem Kind. Obwohl die sechsjährige Julia noch keine einzige Unterrichtsstunde, große Pause oder einen Sommerferientag erlebt hat, ist die Kleine im absoluten „Schulfieber“. „Ich freu‘ mich schon richtig doll“, sagt Julia, die als vierte Generation die Aplerbecker Grundschule besuchen wird. „Ich finde die Schule schön. Die ist so gelb“, meint das i-Männchen, das schon ganz genau weiß, was es später beruflich machen möchte. „Ich will Tierärztin werden. Tiere sind toll, besonders Hunde“, erzählt Julia. „Und warum möchtest Du Tierärztin werden?“, fragt sie ihre Mama daraufhin. Julias kluge Antwort: „Weil ich dann ganz viel Geld verdiene.“