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Tränen: Atlético tobt nach 1:1 in Liverpool

Madrid (dpa) Tränen und ein Aufschrei der Empörung hat der «Last-minute-Ausgleich» des FC Liverpool durch einen unberechtigten Elfmeter bei Atlético Madrid ausgelöst.

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Liverpools Spieler fordern gegen Madrid den Elfmeter.

Lissabons Leandro Grimi (l) greift Marcelo Moreno von Schachtior Donezk an.

Sergio Busquets (l) vom FC Barcelona wehrt einen Angriff von Basels Benjamin Huggel ab.

Roms Francesco Totti (l) kämpft mit Florent Malouda vom FC Chelsea um den Ball.

Paulo Costa (r) von Anorthosis Famagusta springt über Inters Alessandro Mancini.

Bordeauxs Yoann Gourcuff (vorn) köpft den Ball vor Tony von CFR Cluj.

Hatem Ben Arfa von Olympique Marseille (r) im Duell mit Jason Culina vom PSV Eindhoven.

Liverpools Albert Riera (r) setzt Atleticos Maxi Rodriguez unter Druck.

Nach dem 1:1 (1:0) der Spanier in der Champions-League-Partie an der Anfield Road witterten die Medien sogar eine Verschwörung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) gegen den Hauptstadtclub. «Ein neuer Raubüberfall von Michel Platini auf Atlético. Zuerst lässt der UEFA- Präsident die Madrilenen wegen des Olympique-Spiels bestrafen. Dann schickt er ihnen einen unsäglichen Schiedsrichter auf den Hals, der sich in der Nachspielzeit einen Elfmeter ausdenkt», schrieb die Zeitung «Marca» .

Nach Liverpools Ausgleichstreffer durch Steven Gerrard in der 5. Minute der Nachspielzeit, wodurch Atlético den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale verpasste, vermuteten die Madrider Sportblätter hinter dem Elfmeterpfiff des schwedischen Schiedsrichters Martin Hansson eine Intrige der UEFA. Der Dachverband hatte Atlético wegen Fan- Ausschreitungen beim Spiel gegen Olympique Marseille dazu verurteilt, ein Spiel vor leeren Rängen auszutragen. Schon dies wurde in Spanien als Ungerechtigkeit empfunden, weil die Randale damals nach spanischer Darstellung von französischen Fans ausgelöst worden war.

«Zuerst wurde Atlético für die Prügel bestraft, die die Polizei damals den Olympique-Fans verpasste. Nun bezieht es auch noch Prügel von einem Schiedsrichter», kritisierte «El País». «El Mundo» schrieb: «Atlético wurde in Anfield beraubt. Hansson, von Beruf Feuerwehrmann, konnte die Flammen des Zorns der Madrilenen nicht löschen, die er mit seinem Elfmeterpfiff selbst entfacht hatte.»

Atléticos Trainer Javier Aguirre, der wegen einer Sperre das Spiel auf der Tribüne miterlebte, war bemüht, die Gemüter zu besänftigen: «Wir haben den verdienten Lohn für unser Spiel nicht bekommen. Aber das Remis ist auch kein schlechtes Ergebnis.» Mariano Pernía, der in der strittigen Szene im Strafraum mit Gerrard zusammengeprallt war, heulte nach dem Abpfiff wie ein Schuljunge. «Die UEFA scheint etwas dagegen zu haben, dass wir in die nächste Runde kommen.» Der Linienrichter, der den Elfmeter angezeigt hatte, habe sich nach dem Spiel bei ihm entschuldigt.

Beim FC Barcelona hielt sich der Ärger über den späten Ausgleich (Eren Derdiyok/82.) beim 1:1 gegen den FC Basel in Grenzen. Die Katalanen stehen ebenso wie erstmals Sporting Lissabon nach dem 1:0 gegen Schachtjor Donezk in der nächsten Runde. «Das Remis tut uns gut, denn es bringt uns auf den Boden der Tatsachen zurück. Einige von uns hatten schon geglaubt, wir stünden schon im Finale und hätten den Titel in der spanischen Liga sicher, meinte Trainer Josep Guardiola. Während Europameister Andres Iniesta wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel sechs Wochen ausfällt, hatte Thierry Henry Glück: Der Franzose verpasste dem Baseler Carlitos einen Ellbogencheck ins Gesicht und hätte Rot sehen müssen.

Ganz alt sah der FC Chelsea in der «Ewigen Stadt» aus: Der frühere Chelsea-Profi Christian Panucci und Mirko Vucinic (2) sorgten für eine 3:0-Führung des AS Rom, für die ohne den verletzten Michael Ballack angetretenen Londoner traf nur John Terry. Zudem sah Deco Rot. Für den neuen Trainer Luiz Felipe Scolari war es erst die zweite Pflichtspielniederlage: «In der ersten Halbzeit haben wir nicht gut gespielt», meinte der Brasilianer.

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