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Trainer Titz will mit dem HSV den nächsten Sieg

Hamburg. Mit kleinen Schritten kommt der HSV nicht weiter. Es helfen nur noch Siege. Nach dem 3:2 gegen Schalke soll auch bei der TSG Hoffenheim gewonnen werden. Die Stimmung ist gelöst - auch dank Titz.

Trainer Titz will mit dem HSV den nächsten Sieg

HSV-Trainer Christian Titz wird gegen Hoffenheim vermutlich sein Siegerteam der Vorwoche aufbieten. Foto: Carmen Jaspersen

Aufbruchsignal oder Strohfeuer - was ist der erste Sieg des Hamburger SV nach 15 Spielen wert? Der Tabellenvorletzte der Fußball-Bundesliga muss am Samstag bei der TSG 1899 Hoffenheim beweisen, dass er die Minimalchance auf den Verbleib in der Fußball-Bundesliga ergreifen kann.

Nach dem 3:2 gegen den FC Schalke 04 eine Woche zuvor haben sich bei den Hamburgern die Lebensgeister geregt. „Das gibt uns Kraft, das war wichtig für den Kopf“, versichert Stürmer Luca Waldschmidt.

Der anfänglich wegen seines Personalumbruchs gescholtene Trainer Christian Titz erhält mittlerweile auch von seinen Kritikern Lob. Was der 47-Jährige mit der Mannschaft macht, hat System. Der anerkannte Fußball-Analytiker und Sachbuchautor lässt die Profis Fußball spielen statt Langpässe zu schlagen und auf Zufallsaktionen zu hoffen. Eine Garantie auf Genesung des Dauerpatienten HSV ist das allerdings nicht. Zumindest von der Intensivstation sind die Hamburger runter. „Es wird jetzt darum gehen, dieses Gefühl mitzunehmen und sich davon tragen zu lassen“, sagt Titz über seinen ersten Bundesliga-Sieg.

Fünf Partien dauert die Saison noch, 15 Punkte sind zu vergeben, fünf Zähler sind die Norddeutschen vom Relegationsplatz entfernt. Die Hamburger haben ihre Variante von „Wir schaffen das!“ ausgerufen. Vorbild ist Borussia Mönchengladbach, das in der Saison 2010/11 mit vier Siegen aus den letzten sechs Spielen die Rettung via Relegation vollbrachte. „Wir wollen das Unmögliche möglich machen“, betont Mittelfeldspieler Lewis Holtby.

„Die Ausgangssituation ist die gleiche“, sagt Titz mit Blick auf die Tabelle und das Hoffenheim-Spiel. „Wenn du ran willst, musst du gewinnen.“ Allerdings sieht der Coach nach dem ersten Sieg seit dem 26. November vergangenen Jahres einen wichtigen Unterschied: „Wir können befreiter aufspielen.“

Titz wird vermutlich sein Siegerteam der Vorwoche aufbieten - mit Ausnahme des gesperrten Motivations-Griechen Kyriakos Papadopoulos, der durch Gideon Jung ersetzt wird. Dabei ist erneut Flügelirrwisch Tatsuya Ito, der die Schalker schwindelig gespielt hatte. Der 1,63 Meter große Japaner bringt Unberechenbarkeit, technische Raffinesse und Torgefahr in den lange Zeit biederen Hamburger Angriff. Beim Flanken hat er allerdings noch Defizite.

Der HSV-Trainer freut sich auch auf die Heimkehr. Knapp 40 Kilometer entfernt von Hoffenheim, in der 14 000-Einwohner-Gemeinde Edingen-Neckarhausen, ist er aufgewachsen. „Meine Eltern sehe ich nicht so oft“, gesteht der Trainer. „Es werden viele aus der Familie und Freunde dabei sein.“ Der eine oder andere Schwatz, meint Titz, werde sich nicht vermeiden lassen. Zwar lobt der Coach Gegner TSG als ein Team „von sehr hoher Qualität mit schnellem Umschaltspiel“. Dennoch hofft er, dass seine Bekannten und Verwandten nicht Hoffenheim die Daumen drücken, sondern ihm, dem Heimkehrer. Titz: „Die Sympathien sollten sie mal für einen Spieltag ruhen lassen.“

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