Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Traumfänger beim Kultur-Sommer im Hospiz

BOCHUM Die Goldfische wollten gestern wegen schwimmender Eisenbilder in ihrem Teich nichts fressen. Doch sie sind die einzigen Bewohner im Hospiz St. Hildegard, die sich von der Kunst irritieren lassen. Zum achten Mal wird ab heute zum "Kunst- und Kultur-Sommer" eingeladen.

von von Ronny von Wangenheim

, 07.08.2008

Blechobjekte von Ruth Luxenhofer verleihen der Pergola den Charakter eines Tempels, auf der Wiese stehen Skulpturen aus Stahl und Holz von H.D. und Valentina Gölzenleuchter, im Baum bewegen sich die großen, aus Damenstrumpfhosen gesponnenen Traumfänger von Monika Ortmann. Überall stoßen Mitarbeiter, Gäste und ihre Angehörige auf Kunst - und ab heute zur Eröffnung um 17 Uhr auch viele interessierte Bochumer. Die Koordinatorin Katrin Gondermann schwärmt von dem "kunterbunten Publikum" und den tollen Gesprächen, die sich immer zwischen Besuchern und Künstlern entspinnen.

Künstler helfen

Sieben Künstler sind es, die sich zum Teil schon zum wiederholten Male an der Aktion beteiligen. 25 Prozent des Verkaufserlöses spenden sie an das Hospiz an der Königsallee. Die Bandbreite ist groß und reicht von der sich an der Natur orientierenden, schönen Gebrauchskeramik von Brigitte Chaloupka über die Objekte von Carmen Meiswinkel bis zu den Ölbildern von Hermann Metzger.

Es ist nur folgerichtig, dass an einem Ort, der für Menschen gemacht ist, der Leben bis zuletzt verspricht, auch die Kunst den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Das geschieht ganz direkt wie in den Werken von Hermann Metzger, der mit expressiv gesetzter Ölfarbe oder aus einem fragilen, sensiblen Liniengeflecht Innenbilder des Menschen formt. H.D. Gölzenleuchter, der diesmal statt seiner Holzschnitte spielerisch leichte Aquarelle zeigt, hat in den Garten seine Leiterinstallation gesetzt. Auch sie steht für Menschen - für Afrikaner, die (auch mit selbst gebauten Leitern) verzweifelt versuchen, nach Europa zu gelangen.

Dass die kleinen Zeichen von Carmen Meiswinkel für Menschen stehen, entdeckt man erst beim näheren Betrachten. Erst einmal fasziniert der Blick durch von Quadrat und Kreis geprägte Objekte nach draußen. Im Gespräch lassen sich Gedanken über Erde, Vollkommenheit und kosmische Gesetze finden. Und da ist man schnell wieder beim Menschen angelangt.