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Trend-Labels mischen den Jeansmarkt auf

Halle/Frankfurt/Main (dpa/tmn) Sie sind noch jung, aber sie haben die Modewelt schon kräftig aufgemischt: Seit einiger Zeit drängen zahlreiche neue Jeans-Label auf den Markt, und sie haben schnell für Furore gesorgt.

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Sichtbare Nähte, Knöpfe, Nieten - die neuen Jeans leben nicht nur vom Image. (Bild: True Religion/dpa/tmn)

Lässiges Image - damit haben es die neuen Labels gerade bei jungen Käufern zu Erfolg gebracht. (Bild: Double M/dpa/tmn)

Unverwechselbares Design mit Stickerei - dafür geben die Liebhaber der neuen Jeanslabel gern ein wenig mehr aus. (Bild: True Religion/dpa/tmn)

Die Formen bleiben meist schmal - auch bei den angesagten neuen Marken aus Skandinavien. (Bild: Double M/dpa/tmn)

Denn ihr Programm ist frisch und oft unkonventionell - schnell war bei den Kunden ein cooles Image geprägt. Und die greifen für die jungen Wilden gern tief in die Tasche.

«Pro Jeans sind 140 oder 150 Euro schon eine Normalität - ich halte das für völlig unmöglich», sagt Nils Holger Wien, Modedesigner und Trendberater aus Halle. Nach oben gebe es quasi keine Schmerzgrenze mehr. Trotzdem kaufen die Kunden, weil die neuen Marken als Ausweis von Hipness gelten. Die alteingesessenen Hersteller seien dadurch unter Druck geraten - eine neue Vielfalt für die Käuferinnen und Käufer ist entstanden.

«Viele gängige Marken haben eine gehobene Linie - eine Luxus- oder Designerlinie - eingeführt, um einen anderen Preisbereich anzubieten», erklärt Wien. Zum Kampf um das teure Segment hat aber auch der grundsätzliche Trend beigetragen, dass «die Mode sich sehr erwachsen und angezogen gibt». Vor allem aus den USA und Schweden kommen die Anbieter, die zum Beispiel Levi's und Wrangler die Kunden abspenstig machen.

So haben es zum Beispiel 7 for all Mankind, Citizens of Humanity oder True Religion - allesamt Label aus Los Angeles - geschafft, bei Hollywood-Stars Anklang zu finden. Schnell übertrug sich das Image auf trendbewusste junge Erwachsene. Die aktuellen Kollektionen aus L.A. bieten edle Jeans in allen Spielarten, unverwechselbar gemacht mit Stickereien wie einem Buddha mit Gitarre oder anderen Verzierungen. Preislich liegt bei 7 for all Mankind eine Schlaghose für die Dame bei etwa 140 Euro, bei True Religion kostet die «Disco Candice Jeans» in Grenadine sogar 369 Euro.

Doch teuer ist nicht alles - und als Trend offenbar schon wieder auf dem Rückzug. «Die 'Premium-Jeans' waren eine Riesenwelle aus den USA. Das ist aber schon wieder abgeflaut», sagt Sonja Ragaller von der Fachzeitschrift «Textilwirtschaft». Im Kommen sind jetzt «sehr authentische und coole Jeans» neuer Label vorwiegend aus Skandinavien. Sie setzen sich zum Teil ganz bewusst von den teuren US-Marken ab und kommen vom Image her kantiger daher. Das ist gut für den Geldbeutel.

Cheap Monday aus Schweden etwa wurde 2004 gegründet, weil Designer Örjan Andersson viele Jeans für zu teuer hielt und einem Bedarf «für preiswertere, aber auch modische Jeans» begegnen wollte. Das Label mit dem Totenkopf-Emblem bietet manches Paar Denims schon für 50 Euro an. Ob bei Cheap Monday oder den ebenfalls schwedischen Marken Acne, Dr. Denim und Double M - die Silhouette bei den Jeans bleibt in der kommenden Saison meist schmal.

Der Begriff «Slim» - also dünn oder schlank - dominiert grundsätzlich die Kollektionsberichte bei den Herren. Für Niels-Holger Wien zeichnet sich aber allmählich eine Gegenbewegung hin zu mehr Weite ab: «Wenn man hip sein will, kann man auch die Karotte wieder tragen.» Bei den Damen hängt die Form der Jeans oft vom Alter ab: «Junge Mädels laufen nur noch in Röhre herum», sagt Ragaller. Modern sei auch wieder die Jeans im «Boyfriend-Style» - also eine Jeans, die «aussieht wie die Hose des Freundes».

Bei der Frau zwischen 30 und 35 Jahren sieht Ragaller für Herbst und Winter viel Neues in der Silhouette, zum Beispiel Schlaghosen und Marlene-Hosen. Vom Stil gehe der stärkste Trend hin zu Vintage, also zu stark gewaschenen Jeans. Farblich werde es zum Herbst hin dunkler. Darauf setzt etwa das von der Punk-Bewegung inspirierte Label April 77 aus Frankreich, dessen Jeans gern von Rockstars getragen werden. Seine modischen Vorbilder für die neue, von Schwarz und Grau bestimmte Kollektion liegen im musikalischen Großbritannien der mittleren 80er und frühen 90er Jahre.

Jenseits all solcher Zitate aus früheren Jahrzehnten scheint sich auf dem Markt aber auch eine leichte Rückbesinnung auf das Althergebrachte anzudeuten: «Es gibt einen leichten Rückschwung zu klassischen Jeans mit traditionellen Details», hat Ragaller beobachtet - das könne zumindest eine «kleine Renaissance» werden.

7 for all Mankind: www.7forallmankind.com

Citizens of Humanity: www.citizensofhumanity.com

True Religion: www.truereligionbrandjeans.com

Cheap Monday: www.cheapmonday.com

Acne: www.acnejeans.com

Dr. Denim: www.drdenimjeans.com

Double M: www.double-m-brand.com

April 77: www.april77.fr

Levi's: eu.levi.com/de_DE/

Wrangler: www.wrangler-europe.com

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