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Trikont-Chef Bergmann mit 74 gestorben

München. Der Leiter des unabhängigen Musikverlags Trikont, Achim Bergmann, ist gestorben. Das Indie-Label veröffentlichte seit Anfang der siebziger Jahre knapp 500 Schallplatten und CDs.

Der Chef des Münchner Plattenlabels Trikont, Achim Bergmann, ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 74 Jahren, wie der alternative Buch- und Musikverlag am Freitagabend auf seiner Webseite mitteilte.

„Bayrischer Anarchist und das Herz des Trikont-Verlags. 16.05.1943 - 01.03.2018“, hieß es dort unter einem Foto von Bergmann vor einigen seiner Plattenveröffentlichungen. In den Händen hielt er das Album „Keine Macht für Niemand“ von der linken deutschen Rockband Ton Steine Scherben.

Bergmanns unabhängiger Trikont-Musikverlag hatte am 30. November 2017 in München den 50. Geburtstag gefeiert. Zunächst hatte das im Stadtteil Giesing ansässige Publikationshaus seit 1967 mit Büchern auf sich aufmerksam gemacht, fünf Jahre später - 1972 - kam die Musik hinzu.

Seitdem veröffentlichte Bergmanns Indie-Label knapp 500 Schallplatten und CDs – ohne Anbiederung an den Kommerz. „Das heißt aber nicht, dass ich ein Problem mit Erfolg habe. Ganz und gar nicht“, betonte Bergmann zum Jubiläum. Nur: „Es muss schon eine Produktion sein, zu der wir stehen können – wenn das ein Hit wird: nichts dagegen!“

So brachte das Akustik-Duo Dicke Lippe Ende der 70er Jahre auf Trikont einen Song namens „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt“ heraus. Als daraus später die Neue-Deutsche-Welle-Band Geier Sturzflug entstand, die zu einem großen Label ging, avancierte der nun als „Bruttosozialprodukt“ betitelte Song zu einem Riesenhit.

Wirtschaftlich eng wurde es für die Musikmacher um Bergmann in den frühen 80ern. „Da zerbröselte die Struktur der alternativen Bewegung im Bürgertum“, sagte der Trikont-Chef, der das Label mit seiner Frau Eva Mair-Holmes leitete. Eine Folge: die Einstellung des Buchverlags 1986.

„Aufgeben war nie eine Option“, sagte Bergmann später. Künstler wie die Liedermacher Hans Söllner und Georg Ringsgwandl oder Bands wie Attwenger veröffentlichten in München Folk, Blues, Jazz und Rock bis zu avantgardistischer Volksmusik.

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