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Trotz Dieselkrach und Konzernumbau: VW startet gut ins Jahr

Wolfsburg. Der Dieselskandal mag das Image belasten, der Konzernumbau Kräfte binden - dennoch verkauft der Volkswagen-Konzern immer mehr Autos. Das Geld sprudelt.

Trotz Dieselkrach und Konzernumbau: VW startet gut ins Jahr

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG. Foto: Hauke-Christian Dittrich

Trotz der Turbulenzen an der Unternehmensspitze, drohender Fahrverbote oder des Diesel-Desasters startet Volkswagen mit Milliardengewinnen ins Jahr - verdient aber etwas weniger als im ersten Quartal 2017.

Im Gesamtjahr will der größte Autokonzern der Welt einen Gang höher schalten.

Im ersten Quartal kletterte der Konzernumsatz dank eines Rekords bei den Auslieferungen um 3,6 Prozent auf 58,2 Milliarden Euro, unter dem Strich verdiente der Autogigant mit 3,3 Milliarden Euro allerdings etwas weniger als vor einem Jahr mit rund 3,4 Milliarden Euro.

Die Volkswagen-Kernmarke, lange Zeit das Sorgenkind, steigerte sich operativ leicht, Konzernmarken wie Audi oder Skoda schnitten gut ab. Insgesamt hievte Volkswagen die Zahl der Auslieferungen an die Kunden um 7,4 Prozent auf fast 2,7 Millionen Fahrzeuge nach oben.

Das operative Ergebnis allerdings gab um 3,6 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro nach - ohne einen bilanziellen Sondereffekt wäre es aber leicht gestiegen, wie der Konzern in Wolfsburg mitteilte.

Bei diesem Sondereffekt ging es um die Bewertung von Derivaten, die das operative Ergebnis belastete. Auch mit den Folgen des Abgas-Skandals mit Millionen manipulierten Autos und der Diskussion über Fahrverbote hat der Konzern zu kämpfen - aber zumindest finanziell hatte die Diesel-Affäre im ersten Quartal keine Folgen.

„Der Volkswagen-Konzern steht wirtschaftlich robust da“, betonte der neue Konzernchef Herbert Diess. Es gehe darum, „diesen Kurs kraftvoll und fokussiert fortzusetzen - denn auch das Veränderungstempo in unserer Industrie nimmt weiter zu“. Diess erklärte: „Unser Ziel ist, den Volkswagen-Konzern in Sachen Ertragsstärke, Innovationskraft und Nachhaltigkeit zu einem der führenden Unternehmen unserer Industrie zu machen.“

Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Porsche mahnte dabei hohes Tempo und die stärkere Nutzung von Synergien an. „Herr Diess hat deshalb eine umfassende Neustrukturierung für den VW-Konzern vorgelegt, die er jetzt umsetzen muss“, sagte er der Branchenzeitung „Automobilwoche“.

Volkswagen hatte Mitte April überraschend den Vorstand umgebaut - der zuvor nur für die Marke VW zuständige Diess löste den bisherigen Konzernchef Matthias Müller ab. Diess will das Tempo für Innovationen erhöhen. Die Autobranche steckt mitten in einem umfassenden Wandel hin zu alternativen Antrieben, mehr Vernetzung und autonomem Fahren.

Ein Konzernumbau soll neue Markengruppen bringen, nämlich „Volumen“ (VW, Skoda, Seat, leichte Nutzfahrzeuge), „Premium“ (Audi) und „Super Premium“ (Porsche, Bentley, Bugatti und Lamborghini). Ziel ist, Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Die Sparte der schweren Nutzfahrzeuge soll fit für den Kapitalmarkt gemacht werden.

Unter den einzelnen Marken stach Skoda hervor - das operative Ergebnis stieg um 5,3 Prozent auf 437 Millionen Euro. Seat verbesserte sich gar um 51,4 Prozent. Die Stammmarke VW, die Diess neben seinen Aufgaben als Konzernchef weiter führt, steigerte das Betriebsergebnis nur leicht um 10 Millionen auf 879 Millionen Euro.

NordLB-Analyst Frank Schwope beurteilte die Verkaufszahlen des Konzerns als hervorragend, die Ergebnisgrößen seien „in Ordnung“. Er geht von einem neuen Rekordjahr bei Absatz, Umsatz und Ergebnis aus. Die Verkaufszahlen dürften demnach 2018 um bis zu 5 Prozent auf mehr als 11 Millionen Fahrzeuge steigen.

China sei der wichtigste Faktor für das Absatzplus im ersten Quartal gewesen, sagte Verkaufsvorstand Fred Kappler. In den ersten drei Monaten lieferte der Konzern auf dem wichtigsten Einzelmarkt China mehr als eine Million Autos aus - ein Plus von rund 13 Prozent.

Den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte der Konzern: Demnach soll der Umsatz 2018 um bis zu fünf Prozent steigen, die operative Rendite - also der Anteil des Betriebsergebnisses am Umsatz - soll zwischen 6,5 und 7,5 Prozent liegen - im ersten Vierteljahr lag sie bei 7,2 Prozent.

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