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Trotz Fanprotesten: DFL sieht Fortschritte

Frankfurt/Main. Ob Proteste gegen eine 50+1-Debatte, Aufsehen erregende Aktionen gegen Montagsspiele oder die ewigen Zündeleien in Stadien: DFL und DFB sind mehr oder weniger dazu gezwungen, auf die Fans zuzugehen. Und sie tun das auch. Am Freitag soll es weitere Beschlüsse geben.

Trotz Fanprotesten: DFL sieht Fortschritte

Leere Fan-Tribünen in Wolfsbur. Viele Fans fehlten am 17. Februar zu Spielbeginn als Protest-Aktion. Foto: Swen Pförtner

In der Bundesliga regen sich massive Fanproteste allerorten, die Deutsche Fußball Liga sieht im Dialog mit den organisierten Anhängern dennoch große Fortschritte.

„Wir stehen uns nicht mehr so konfrontativ gegenüber, dass wir keine Lösungen finden können“, sagte der zuständige DFL-Direktor Ansgar Schwenken in einem Pressegespräch in Frankfurt/Main. „In letzter Zeit hat sich etwas bewegt. Sowohl von unserer Seite als auch von Seiten des DFB herrscht mehr Verständnis - ohne dass unsere Positionen dabei aufgegeben werden.“

Schwenken verwies auch auf die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) ausgesetzte Kollektivstrafe für einzelne Bundesligisten bei Fehlverhalten des Publikums und die angestrebte einheitliche Freigabe von Fan-Utensilien unter bestimmten Bedingungen in den Stadien. Letzteres soll das DFB-Präsidium am Freitag beschließen.

Die Benutzung von Fan-Utensilien ist schon lange ein Streitpunkt zwischen Anhängern der 36 Clubs der 1. und 2. Liga auf der einen sowie DFB, DFL und örtlichen Sicherheitsbehörden auf der anderen Seite. Hinter Vereinsfahnen und Bannern verstecken sich öfter auch mal Anhänger, um die verbotene Pyrotechnik zu zünden. Zudem geht es um Schmäh-Plakate, wie es sie zum Beispiel gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp immer wieder gibt.

In der Bundesliga kochten zuletzt vielfältige Proteste gegen Montagsspiele und eine mögliche Neugestaltung der 50+1-Regelung, die den Einfluss externer Investoren bei einem Club einschränkt, hoch. Der Unmut der Fans beruht vor allem auf dem Unbehagen bei der zunehmenden Kommerzialisierung und richtet sich mehr gegen den DFB als gegen die DFL als Dachorganisation des Profifußballs. Die Aktionen gegen den DFB mit losgetreten haben Fans von Dynamo Dresden, die im vergangenen Jahr im Zweitliga-Spiel in Karlsruhe im Militärlook und mit Plakaten wie „Krieg dem DFB“ aufmarschierten.

Die DFL hat nach eigenen Angaben seit 2013 mindestens fünf Millionen Euro für Fanbelange ausgegeben, hauptsächlich für die 34 Fanprojekte bundesweit. Erstliga-Clubs müssen mittlerweile drei Fanbeauftragte haben, Zweitliga-Clubs zwei. Insgesamt sind es sogar 102, alleine Borussia Dortmund hat neun. „Wir nehmen das sehr ernst und sie sind hoch qualifiziert“, betonte Schwenken.

Etabliert hat sich zudem der Club-Fan-Dialog, auch wenn einzelne Ultra-Gruppierungen immer wieder ausscheren. In der Sommerpause ist die erste bundesweite Vollversammlung geplant. „Wir betrachten die Fan-Arbeit immer als Prävention“, erklärte Thomas Schneider, Leiter des Bereichs Fan-Angelegenheiten bei der DFL. Er räumte aber auch ein, dass in sportlichen Krisensituationen wie derzeit bei den Abstiegskandidaten Hamburger SV und 1. FC Köln der Dialog auch mal scheitern könne.

Nach der Aussetzung der Kollektivstrafe für Vereine, wenn sich ihre Fans daneben benehmen oder gewalttätig werden, will der DFB am Freitag auch über den neuen Strafenkatalog entscheiden. „Das ist eine uralte Forderung von Fans: ein Punktekatalog wie für Autofahrer in Flensburg“, erklärte Schneider. Bisher hätten die Anhänger die Urteile des Sportgerichts als Willkür empfunden.

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