Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Anzeige
Anzeige

Studie zu Berufen

Trotz Germanwings-Katastrophe: Vertrauen in Piloten

Nürnberg Streiks und die Germanwings-Katastrophe: 2015 war ein hartes Jahr für den Luftverkehr. Eine aktuelle Umfrage zeigt, welchen Berufen die Verantwortung im Job Vertrauen einbringt - und welchen nicht.

Trotz Germanwings-Katastrophe: Vertrauen in Piloten

Trotz der Germanwings-Katastrophe verliert der Beruf des Piloten kaum an Vertrauen.

Die Germanwings-Katastrophe hat dem Ansehen der Piloten in Deutschland kaum geschadet. Mit 87 Prozent Zuspruch verliert diese Berufsgruppe im Vergleich zu 2014 zwar vier Prozentpunkte, wie eine repräsentative Befragung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ergab.

Dennoch bleiben die Piloten in den Top Ten der vertrauenswürdigsten Berufe. Den Absturz der Germanwings-Maschine im März 2015 in den Alpen mit 150 Todesopfern hatte nach Überzeugung der Ermittler der Co-Pilot absichtlich ausgelöst.

Diese Tragödie und häufige Streiks schadeten dem Piloten-Ruf der Umfrage zufolge wenig. „Piloten bewältigen eine sehr verantwortungsvolle und komplexe Arbeitsaufgabe“, erklärt Frank Kleemann, Professor für Arbeitssoziologie.

Für gutes Ansehen sorge, „wenn ich nach dem Start den Piloten höre, der mir sagt, dass wir gut abgehoben und es in Rio 27 Grad sind - da fühle ich mich wohl“.

Verantwortung für Gesundheit anderer fördert Ansehen

Laut der Umfrage fördert es das Ansehen eines Berufs, wenn Menschen Verantwortung für die Gesundheit anderer übernehmen: Feuerwehrleute retten Leben, Häuser und auch mal die Katze aus dem Baum - dafür genießen sie großes Vertrauen.

Auch andere Helfer und Retter wie Sanitäter, Krankenschwestern und Pfleger haben der Studie zufolge sehr vertrauenswürdige Berufe.

Feuerwehrleute und Sanitäter kommen auf je 96, Krankenschwestern und Pfleger auf 95 Prozent Zuspruch. Die drei Berufsgruppen verteidigen damit ihre Spitzenplatzierungen aus der Befragung von 2014. Apotheker und Ärzte kommen diesmal auf 90 und 89 Prozent.

Dass Lebensretter so gut abschneiden, erklärt Soziologe Kleemann mit deren Arbeit für das Gemeinwohl: „Das sind Leute, die unangenehme, schwierige, aber notwendige Aufgaben für die Gesellschaft übernehmen.“ Vertrauen sei aber auch an das Einkommen und den Bildungsgrad gekoppelt - deswegen schnitten Müllmänner und Altenpfleger trotz ihrer wertvollen Aufgabe für die Gesellschaft nicht so gut ab.

Vertrauen in Lehrerberuf ist gestiegen

Beim Lehrerberuf scheinen die Debatten über zu volle Klassen, zu wenig Zeit für den einzelnen Schüler und weitere Probleme an Schulen nicht zu Buche zu schlagen: Das Vertrauen in sie stieg laut der Erhebung sogar um drei Prozentpunkte auf 82 Prozent.

Banker und Bankangestellte können nach Jahren der Finanzkrise, in denen die Branche viel Kritik traf, wieder Vertrauen gewinnen: Sie legen um vier Prozentpunkte zu - auf 43 Prozent.

Berlin "Frau Müller muss weg!" - der Eltern-Aufstand gegen eine Lehrerin ist ein Kino-Hit. Doch der Alltag an deutschen Schulen ist nur selten von Feindseligkeit geprägt: Mütter und Väter sehen die Pädagogen sogar als wichtigste Partner in Bildungsfragen. Wir haben die Studie in mehreren Grafiken für Sie aufbereitet.mehr...

Trotz der Abgas-Affäre bei Volkswagen können Ingenieure und Techniker ihren guten Ruf sogar noch verbessern. Sie rücken mit 86 Prozent auf Rang 8 vor.

Die beiden Befragungsrunden - eine vor und eine nach Bekanntwerden des Skandals - hätten so gut wie keine Veränderungen im Vertrauenswert aufgezeigt: „Der Abgasskandal einer Firma einer Branche kann dieses Vertrauen nicht erschüttern“, kommentiert Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK-Vereins.

Außerdem werde das Versagen eher dem Management als den Ingenieuren zugeschrieben, fügt Kleemann hinzu. Generell komme dem Ruf von Ingenieuren auch zugute, dass es von ihnen immer zu wenige gebe.

Politiker am Ende der Skala 

Am Ende der Skala stehen unverändert Politiker, denen nur 14 Prozent der Deutschen „voll und ganz“ oder „überwiegend“ vertrauen.

Journalisten landeten auf dem viertletzten Platz. Im vergangen Jahr waren vor allem im rechtspopulistischen Pegida-Lager „Lügenpresse“-Vorwürfe laut geworden - Journalisten büßen im Vergleich zu 2014 aber lediglich einen Prozentpunkt auf 36 Prozent ein.

Minimal zulegen konnten Profifußballer (42 Prozent) und Schauspieler (48 Prozent), die damit aber weiter hintere Plätze belegen. 

Von dpa

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Langwieriger Tarifstreik

2000 Amazon-Mitarbeiter streiken an sechs Standorten

LEIPZIG Neue Runde im langwierigen Tarifstreit bei Amazon: Nach Aufruf der Gewerkschaft Verdi haben rund 2000 Mitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Sie fordern einen Tarifvertrag. Ein Ende der regelmäßigen Streiks ist nicht in Sicht.mehr...

Überraschend hartes Urteil

Abgas-Skandal: VW-Ingenieur muss in Haft

DETROIT Der Abgas-Skandal bringt den ersten VW-Mitarbeiter ins Gefängnis: Der Ingenieur James Liang muss in den USA für 40 Monate in Haft. Das harte Urteil solle andere abschrecken, sagte der Richter - und es übertrifft die Forderungen der Staatsanwaltschaft deutlich.mehr...

Vermischtes

Erdbeben-Drama in Mexiko: Mehr als 220 Tote, viele Schäden

Mexiko-Stadt (dpa) Vor genau 32 Jahren kamen bei einem Erdbeben in Mexiko Tausende Menschen ums Leben. Ausgerechnet am Jahrestag bebt es nun wieder heftig. Es gibt dramatische Szenen bei der Suche nach Verschütteten.mehr...

Mögliche Absprachen

Autobauer unter Kartellverdacht - VW für Diesel-Lösung

HANNOVER/BERLIN In der Autoindustrie könnte sich der nächste Skandal anbahnen. Laut „Spiegel“ haben Konzerne über Jahre hinweg Absprachen im Geheimen getroffen und Kunden geschädigt. Die Firmen hüllen sich in Schweigen. Was bedeutet das nun für die Bewältigung der Dieselkrise? Der VW-Chef macht einen Vorschlag zur Lösung.mehr...

Oberster Verbraucherschützer zu Kartell-Verdacht

"Herber Schlag" für Autokunden

München/Berlin Deutschlands oberster Verbraucherschützer Klaus Müller kann noch nicht absehen wie groß der Skandal um das mögliche Kartell der Automobilhersteller wirklich ist. Er rät Kunden die sich wehren wollen zur Geduld und nimmt auch die Bundesregierung in die Pflicht. Das ganze Interview mit allen wichtigen Fragen und Antworten gibt es hier.mehr...

Polizei fahndet mit Bild

Verkehrsrowdy rast mit gestohlenem VW durch NRW

WITTEN/ESSEN Auto geklaut und jetzt als Verkehrsrowdy unterwegs: Die Polizei sucht nach einem 30 bis 40 Jahre alten Mann, der mit einem gestohlenen Auto durch das Ruhrgebiet rast und andere Autofahrer gefährdet. Inzwischen gibt es mindestens drei Fälle, die mit dem Mann in Verbindung gebracht werden. Gibt es noch weitere?mehr...