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Trump bekräftigt Zollpläne: „Sorry, Zeit für einen Wandel“

Berlin/Washington. Trump hält unbeirrt an seinen Strafzoll-Plänen fest. Ausnahmen für Verbündete soll es nicht geben. Derweil kommt neue scharfe Kritik aus Berlin.

Trump bekräftigt Zollpläne: „Sorry, Zeit für einen Wandel“

Neuwagen von Mercedes-Benz stehen auf dem Autoterminal der BLG Logistics Group in Bremerhaven. Mit angedrohten Strafzöllen auf Importe europäischer Autos hat US Präsident Trump den transatlantischen Handelsstreit weiter angeheizt. Foto: Ingo Wagner

US-Präsident Donald Trump hat seine Pläne für Strafzölle auf Stahl und Aluminium bekräftigt. „Wir sind bei fast allen Handelsverträgen auf der Verliererseite“, twitterte Trump als Antwort auf anhaltende Empörung im Ausland und auch auf Kritik daheim.

„Unsere Freunde und Gegner haben die USA viele Jahre ausgenutzt. Unsere Stahl- und Aluminiumindustrien sind tot. Sorry, es ist Zeit für einen Wandel!“

Trump schloss mit seinem Slogan „Make America great again“ (Macht Amerika wieder groß). Bereits zuvor hatten Tophandelsberater seine Linie in mehreren Fernsehinterviews entschieden verteidigt - so auch seine jüngste Drohung mit Zöllen auf europäische Autos im Fall von EU-Vergeltungsmaßnahmen.

Die geschäftsführende Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) kritisierte diese Drohung scharf und warnte vor den langfristigen Folgen von Trumps Vorgehen. „Es zeigt sich immer mehr, dass die America-First-Politik die USA auf einen Isolationskurs führt“, sagte Zypries der Tageszeitung „Die Welt“ (Montag). Wenn überhaupt, werde dies nur kurzfristige Erfolge zeitigen. „Die langfristigen Auswirkungen sind negativ, und zwar für die USA, aber auch für andere Länder“, so die Ministerin.

Trump hatte die Strafzölle auf Stahl sowie Aluminium in der vergangenen Woche angekündigt. Am Samstag legte er dann mit seiner Drohung an die Adresse der europäischen Autoindustrie nach. Eine Umsetzung würde die deutschen Automobilhersteller besonders schwer belasten .

Nach Berechnungen des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer wären vor allem die VW-Töchter Audi und Porsche von Strafzöllen betroffen, die anders als die VW-Kernmarke, BMW oder Daimler keine eigenen Werke in den USA unterhalten. Ein BMW-Sprecher sagte am Sonntag auf Anfrage, man beobachte die Situation sehr aufmerksam, wolle sich zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht weiter äußern.

Trump schickte seinen Handelsminister Wilbur Ross und führenden Handelsberater Peter Navarro am Sonntag gleich in mehrere Fernsehtalkshows, um Kritik an seinem Vorgehen zurückzuweisen. Dabei machten beide klar, dass Trump seine Pläne noch in dieser Woche umsetzen wird. Auf Stahl-Importe will er Zölle in Höhe von 25 Prozent erheben, um die heimische Industrie abzuschirmen. Bei Aluminium sollen es 10 Prozent sein.

Ross und Navarro zufolge denkt Trump auch nicht an Ausnahmeregelungen für Verbündete, wie sie das Pentagon gerne sähe. „Sobald er damit anfängt, Länder auszunehmen, muss er die Zölle für alle anderen anheben“, sagte etwa Navarro dem Sender Fox News auf die Frage, ob Trump sich nicht doch ein Entgegenkommen gegenüber der EU oder Kanada vorstellen könne. „Sobald er ein Land ausnimmt, beginnt sein Telefon zu klingeln, mit Staatschefs anderer Länder in der Leitung.“

In einem CNN-Interview deutete Navarro jedoch an, dass es Ausnahmen in „bestimmten Fällen“ geben könne, „wo wir sie brauchen, damit Geschäfte laufen können“. Er erläuterte das aber nicht näher.

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