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Trump irritiert mit „Pocahontas“-Vergleich bei Navajo-Ehrung

Washington. Kriegshelden zu verärgern, gilt in den USA als Sakrileg. Präsident Donald Trump hat auch das geschafft. Wegen eines Pocahontas-Vergleichs zog er sich den Zorn der Navajo auf sich.

Trump irritiert mit „Pocahontas“-Vergleich bei Navajo-Ehrung

US-Präsident Donald Trump am Montag bei einem Empfang im Oval Office im Weißen Haus in Washington. Foto: Susan Walsh

US-Präsident Donald Trump hat während einer Ehrung von Navajo-Veteranen im Weißen Haus mit der Verunglimpfung der demokratischen Senatorin Elizabeth Warren als „Pocahontas“ Empörung und Irritationen ausgelöst.

Pocahontas war eine berühmte Indianerin, ein Disney-Film trägt ebenfalls diesen Titel.

Warren hatte vor allem im Wahlkampf vor ihrer Wahl zur Senatorin 2012 öffentlich reklamiert, indianisches Erbe zu haben. Die Republikaner sahen darin einen unehrlichen Versuch, Wählerstimmen bei Ureinwohnern zu ergattern. Warren konnte die reklamierte Herkunft nie schlüssig nachweisen.

Trump begann angesichts dessen im Präsidentschaftswahlkampf 2016, Warren zu verspotten und ihr den Spitznamen Pocahontas zu geben. So hieß eine berühmt gewordene Häuptlingstochter, deren Geschichte 1995 von den Disney-Studios verfilmt worden war. Am Montag erneuerte Trump den Vergleich.

„Lange bevor irgendjemand von uns hier war, waren Sie hier. Auch wenn wir im Kongress eine haben, von der behauptet wird, dass auch sie schon sehr lange hier ist. Sie nennen sie Pocahontas“, sagte Trump vor den Ureinwohnern. Während sich darafhin im Raum betretenes Schweigen breitmachte, schlug in sozialen Medien eine Welle der Empörung hoch.

Trump sollte eigentlich Ureinwohner ehren, die im Zweiten Weltkrieg ihre Stammessprache nutzten, um strategisch wichtige Nachrichten zu verschlüsseln. Die sogenannten Code-Talker stellten ein unüberwindliches Hindernis für die Dechiffrier-Möglichkeiten des Feindes dar und verhalfen den USA zu erheblichen Vorteilen im Krieg um die Pazifik-Region. Sie gelten in den USA als echte Kriegshelden.

„Selbst in so einem Umfeld kann er nicht umhin, rassistische Äußerungen zu machen“, sagte Senatorin Warren am Dienstag auf CNN. Der republikanische Senator und parteiinterne Trump-Kritiker John McCain äußerte sich ebenfalls negativ über Trump. „Diese amerikanischen Helden politisch zu instrumentalisieren, ist eine Beleidigung des Opfers, das sie gebracht haben“, sagte McCain vor Reportern in Washington.

Trumps Sprecherin sagte auf die Frage, warum der Präsident es für nötig befinde, während einer Ehrung der Navajo etwas zu sagen, was so viele Menschen beleidigend fänden: „Ich glaube, die meisten Leute finden es beleidigend, dass Senatorin Warren über ihre Herkunft lügt, um ihre Karriere zu befördern.“

Ein Sprecher einer Indianervereinigung sagte dem Sender NBC, Trumps Äußerung habe einen rassistischen Beigeschmack. Er nutze eine historische Figur in einem abfälligen Sinn, zumal denkbar unpassend im Kontext einer solchen Ehrung.

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