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Türsteher unter Gewalt-Verdacht

Prozessauftakt am Amtsgericht

Diesen Disko-Besuch hätte ein Bochumer fast mit dem Leben bezahlt. Nach einer Schlägerei wurde der 40-Jährige von einem Türsteher rausgeworfen, der ihm später mehrere Rippen gebrochen haben soll. Es bestand akute Lebensgefahr. Seit Montag steht der 50-jährige Security-Mann vor Gericht.

BOCHUM

18.06.2012
Türsteher unter Gewalt-Verdacht

Vor der Discothek "Prater" soll sich der Vorfall ereignet haben.

„Es sollte ein lustiger Abend werden“, erzählte der Begleiter des 40-jährigen Opfers im Zeugenstand. „Das wurde er aber nicht.“ Erst habe man getrunken, getanzt, Spaß gehabt. Dann habe der 40-Jährige zwei junge Männer angegriffen und anschließend Reißaus genommen.

Der angeklagte Türsteher verfolgte ihn, bei der Verfolgungsjagd ist es dann passiert: Der 40-Jährige brach sich mehrere Rippen, seine Lunge wurde schwer verletzt. „Wäre er nicht sofort behandelt worden, wäre er gestorben“, so der medizinische Gutachter. Doch was genau auf dem Parkplatz der Diskothek vorgefallen ist, davon gibt es zwei Versionen: Der 50-jährige Angeklagte wäscht seine Hände in Unschuld: „Es hat ihm keiner Gewalt angetan. Ich versuche immer vernünftig mit den Gästen zu reden.“ Die Rippenbrüche führte er darauf zurück, dass der Flüchtige mit voller Wucht gegen eine Schranke gerannt sei. Ein weiterer Disko-Mitarbeiter bestätigte, das Geräusch des Aufpralls gehört zu haben.

Ganz anders die Version des Ausreißers: Der 50-Jährige habe ihn eingefangen, dann habe er nur noch einen stechenden Schmerz gefühlt. Der Türsteher habe ihm den Arm verdreht, ihm das Knie in den Rücken gedrückt. Als nächstes könne er sich erst wieder an das Aufwachen im Krankenhaus erinnern. Für den medizinischen Gutachter sprechen die Verletzungen eine eindeutige Sprache: „Dafür braucht es eine starke und vor allem gezielte Gewalteinwirkung.“ Außerdem: Wäre der Disco-Gast wirklich gegen eine Schranke gerannt, hätten seine Verletzungen vorne sein müsse. Tatsächlich aber brach er sich die Rippen in der nähe der Wirbelsäule – in einer Höhe, die er mit einer Schranke nicht hätte erreichen können. Der Prozess wird fortgesetzt.