Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Kurzfristige Krankmeldungen

Tuifly stellt Flugbetrieb am Freitag ein

HANNOVER Die Fluglinie Tuifly hat für Freitag wegen kurzfristiger Krankmeldungen der Crews alle ihre Flüge abgesagt. Insgesamt sollen 108 Flüge ausfallen, wie der Touristikkonzern Tui am Donnerstagabend mitteilte. Betroffen seien 54 Flüge von Deutschland und 54 Rückflüge aus den Urlaubszielen.

Tuifly stellt Flugbetrieb am Freitag ein

Bei den Verspätungen und Ausfällen der Tuifly durch Crew-Engpässe beruft sich der Tui-Konzern auf höhere Gewalt.

Nach Angaben einer Tui-Sprecherin sind rund 9000 Passagiere betroffen.„Um Urlauber aus den Feriengebieten nach Hause zu bringen, hat Tui erneut Flugzeuge anderer Airlines gechartert“, teilte das Unternehmen mit. Auch in den kommenden Tagen könne es dazu kommen, dass weitere Flüge gestrichen werden. Die „extrem kurzfristigen Krankmeldungen“ machten es unmöglich, „frühzeitiger zu informieren und alternative Reisemöglichkeiten anzubieten“, teilte der Konzern mit.

Seit mehreren Tagen fallen bei Tuifly und auch Air Berlin Flüge aus, weil sich Crew-Mitglieder kurzfristig krankmelden. Der Urlaubsflieger steht vor einem Umbau, Arbeitnehmervertreter fürchten Job-Verluste. Tui teilte mit, es würden derzeit alle Kunden über ihre Kündigungsmöglichkeiten informiert, die am Freitag in den Urlaub hätten starten sollen und denen keine alternative Beförderung geboten werden könne.

"Höhere Gewalt"

Ihre Gäste will die Tuifly nicht entschädigen und beruft sich auf höhere Gewalt, die für die Ausfälle und Verspätungen verantwortlich sei. „Entschädigungs- beziehungsweise Schadensersatzansprüche der Kunden entstehen daraus nicht“, teilte Tui Deutschland in Hannover mit. Eine Sprecherin betonte: „Die massenhaften und äußerst kurzfristigen Krankmeldungen sind ein außergewöhnlicher und nicht vermeidbarer Umstand im Sinne von höherer Gewalt.“ Ganz anders sieht das Philipp Kadelbach vom Flugrechtsportal Flightright. Tuifly könne sich nicht auf höhere Gewalt berufen. Krankheitswellen zählten zu den normalen Betriebsrisiken, die Airlines zu jeder Zeit einkalkulieren müssten. Dies gelte auch bei Zweifeln, ob tatsächlich eine Krankheit vorliege. Er empfehle allen betroffenen Passagieren, ihre Entschädigungsansprüche geltend zu machen.

Ufo lehnt Verantwortung ab

Die Unternehmen haben nach Einschätzung des Berliner Arbeitsrechtlers Robert von Steinau-Steinrück kaum Möglichkeiten, die Krankmeldungen der Beschäftigten zu hinterfragen oder ihnen gar einen „wilden Streik“ zu unterstellen. Es sei sehr schwierig zu beweisen, dass die Beschäftigten die Krankheit nur vortäuschten. Ärztliche Atteste hätten eine hohe Beweiskraft. Falsche Krankmeldungen erfüllen dem Fachanwalt zufolge allerdings den Straftatbestand des Betruges. Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo lehnte jegliche Verantwortung für die massenhaften Krankmeldungen ab. „Das ist definitiv kein Mittel zum Arbeitskampf für uns“, sagte Tarifexperte Nicoley Baublies. Man rufe dazu nicht auf und distanziere sich klar von einem Missbrauch.

Keine Auswirkungen bei Eurowings

Die Lufthansa-Tochter Eurowings wies Ufo-Informationen zurück, dass sich auch bei ihr der Krankenstand verdoppelt habe. Nach einigen Krankheitsfällen am Wochenende habe man den eigenen Flugplan „sehr sauber“ abgeflogen, sagte ein Sprecher. Ab der kommenden Woche will die Ufo bei der Eurowings Warnstreiks organisieren, die sich laut Baublies auch auf die Schwester Germanwings erstrecken könnten. Ein Eurowings-Sprecher zeigte sich hingegen zuversichtlich, dass man auf der Basis eines verbesserten Angebots schnell wieder in Verhandlungen einsteigen könne. 

Tuifly und Air Berlin

Entschädigung für Fluggäste

HANNOVER Am Montag und Dienstag kam es zu stundenlangen Verspätungen bei dem Flugbetrieb der Fluglinien Tuifly und Air Berlin. Fluggäste, die von den Verspätungen betroffen sind, müssen es nicht hinnehmen. Laut EU-Fluggastrechtverordnung steht ihnen eine Ausgleichszahlung zu.mehr...

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Crew-Engpässe nach Umbau

Verspätungen bei Tuifly und Air Berlin

BERLIN Geduldsprobe beim Start in den Herbsturlaub: Für viele Fluggäste der Gesellschaften Tuifly und Air Berlin hat die Reise auch am Dienstag vereinzelt mit stundenlangen Verspätungen begonnen. Tuifly begründete die Beeinträchtigungen des Flugbetriebs mit kurzfristigen Krankmeldungen ihrer Flugzeugbesatzungen.mehr...

Für Flughäfen, Kunden und Mitarbeiter

Das ändert sich mit dem Schrumpfkurs bei Air-Berlin

DÜSSELDORF Air Berlin greift in der Krise zu drastischen Mitteln. Die Flotte wird erheblich verkleinert, Mitarbeiter entlassen und Ziele zusammengestrichen. Das werden auch Flughäfen in NRW zu spüren bekommen. Hier lesen Sie, welche Flughäfen betroffen sind, und was die Kunden und Beschäftigten von Air Berlin erwartet.mehr...

Streik am Donnerstag

Eurowings: Fast alle innerdeutschen Flüge gestrichen

DORTMUND/DÜSSELDORF Hunderte Flüge gestrichen, fast 40 000 betroffene Passagiere. Der 24-Stunden-Streik der Gewerkschaft Ufo hat die Fluglinie Eurowings kalt erwischt. Auch die Flughäfen Dortmund, Düsseldorf und Köln sind betroffen. Auch in der kommenden Woche droht Passagieren Ärger.mehr...

Wirtschaft

Tuifly sagt für Freitag alle Flüge ab

Hannover/Berlin (dpa) Wilder Streik oder rätselhafte Krankheitswelle? Die Fluggesellschaft Tuifly bekommt wegen fehlender Crews keine Flugzeuge mehr in die Luft. Davon schwer getroffen ist auch Air Berlin.mehr...

Wirtschaft

Über 300 Flugausfälle beim Pilotenstreik - Ufo hält still

Köln/Frankfurt (dpa) Die Gewerkschaften bei der Lufthansa verfolgen unterschiedliche Strategien. Während die Piloten den elften Streik durchziehen, haben die Flugbegleiter einen möglichen Arbeitskampf ausgesetzt.mehr...