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Tumorkonferenz tagt zum 10-jährigen Bestehen öffentlich

WITTEN Seit zehn Jahren trifft sich das geballte Fachwissen der Mediziner aus Wittener Krankenhäuser und Praxen jeden Donnerstag, um die bestmögliche Behandlung für ihre Krebspatienten mit den Kollegen abzustimmen. Am Donnerstag tagte die Konferenz zum Jubiläum öffentlich.

von Von Susanne Linka

, 29.08.2008
Tumorkonferenz tagt zum 10-jährigen Bestehen öffentlich

Mit Bildern der erkrankten Organe untermauern die Ärzte ihren Austausch bei der Tumorkonferenz. Im Vordergrund ist der Initiator Dr. Michael Koch zu sehen.

Seit der Internist Dr. Michael Koch gemeinsam mit anderen 1998 die Initiative ergriff, hat die Runde rund 8000 Fälle diskutiert. Zum Wohle der Patienten, da ist Koch sich sicher. „Der Krankheitsverlauf wird verbessert. In der letzten Woche haben wir einen Fall eine halbe Stunde lang diskutiert.“ Eine Einigung gelingt immer.

In den ersten Jahren hat die Runde circa ein Drittel der ärztlichen Behandlungsvorschläge abgeändert. Das kommt heute nicht mehr so oft vor. Die Ärzte aus stationärer und ambulanter Versorgung sind zu einem Team zusammengewachsen, das stets dazu gelernt hat. Entsprechend zügig werden die meisten Fälle abgehandelt, der Austausch von Argumenten erfolgt schnell, sachlich und ist mit Fachbegriffen gespickt. Zu fast jedem Fall hält der Pathologe Dr. Jens Lawerenz Bilder bereit, ordnet Beschaffenheit und Entwicklung der Karzinome ein.

Rettet die Tumorkonferenz auch Leben? Klar, sei das immer mal wieder der Fall. Doch in der Öffentlichkeit werde die Krebserkrankung zu Unrecht oft mit einem Todesurteil gleichgesetzt: „Es sterben viel mehr Menschen an den Folgen eines Herzinfarkts“, räumt der Arzt mit einem Vorurteil auf. Aus den regelmäßigen Treffen haben sich auch Impulse für die medizinische Versorgung in der Stadt entwickelt: „Wir haben es geschafft, dass wir wieder eine Strahlentherapie haben“, bilanziert Koch. Die Mediziner wollen als nächstes eine palliative Versorgung in der Stadt aufbauen – für Menschen am Ende ihres Lebensweges. „Ich bin sicher, dass wir nächstes Jahr etwas auf den Weg bringen können“, bekräftigt der Internist. Die Einrichtung soll Anbindung an eines der zwei Krankenhäuser haben.