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Terroranschlag

Tunesien: Viele Opfer noch nicht identifiziert

TUNIS Nach dem Terrorangriff eines mutmaßlichen Islamisten auf ein Strandhotel in Tunesien ist die Identität vieler Toter noch ungeklärt. Unter den 38 Opfern des Anschlags ist mindestens ein Deutscher, eine deutsche Frau wurde verletzt.

Tunesien: Viele Opfer noch nicht identifiziert

Das Bild soll den Attentäter von Sousse zeigen. Er studierte nach bisherigen Erkenntnissen Elektro-Ingenieurswesen in der Stadt Kairouan, einer Hochburg von Salafisten.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) konnte am Samstagabend aber nicht völlig ausschließen, dass noch weitere Bundesbürger ums Leben kamen.

IS bekannte sich via Twitter

Nach Angaben des tunesischen Gesundheitsministeriums konnten bis zum Sonntag 18 Opfer identifiziert werden. Die meisten Toten - insgesamt 14 - stammen demnach aus Großbritannien. Zu den Opfern zählen aber auch ein Ire, ein Portugiese und ein Belgier. Der deutsche Generalbundesanwalt Harald Range leitete ein Ermittlungsverfahren ein und beauftragte das Bundeskriminalamt (BKA) mit den Untersuchungen.

Der Angreifer studierte nach bisherigen Erkenntnissen Elektro-Ingenieurswesen in der Stadt Kairouan, einer Hochburg von Salafisten. Er hatte am Freitag das Strandhotel "Imperial Marhaba" in dem Mittelmeerort Sousse überfallen und am belebten Strand das Feuer eröffnet. Später wurde er von Sicherheitskräften erschossen. Zu dem Angriff bekannten sich Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in einer nicht verifizierbaren Twitter-Mitteilung.

Tunesien will Moscheen schließen

Der tunesische Innenminister Mohamed Najem Gharsalli erklärte, der Attentäter hätte wesentlich früher gestoppt werden können. Im Radiosender Mosaique FM warf er dem Sicherheitsservice des Hotels vor, nicht sofort die Polizei informiert zu haben.

Tunesien will als Konsequenz aus dem Anschlag den Kampf gegen den Terrorismus verschärfen und bis zu 80 Moscheen schließen, in denen Extremisten verkehren sollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte Tunesien Unterstützung im Kampf gegen den Terror zu, Innenminister Thomas de Maizière will am Montag an den Ort der Terrorattacke reisen.

Urlauber wollen nach Hause 

Derweil verließen viele Urlauber die Region: Mindestens 1000 Briten sind bereits ausgeflogen. Nach Angaben des Reiseveranstalters Tui ist die Zahl deutscher Touristen, die ihren Urlaub abbrechen möchten, aber deutlich zurückgegangen. Der Anbieter rechnet damit, dass 250 Gäste vorzeitig abreisen. "Bis zum Sonntagabend werden wir rund 200 Gäste ausgeflogen haben", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Etwa 3500 dagegen wollten demnach in Tunesien bleiben.

Papst Franziskus verurteilte den Angriff in Tunesien sowie die Anschläge in Kuwait und Frankreich scharf. Das Oberhaupt der katholischen Kirche bete für die Opfer und sichere den Hinterbliebenen "geistliche Unterstützung" zu, heißt es laut Radio Vatikan in drei am Sonntag veröffentlichten Beileidstelegrammen.

De Maiziére reist nach Tunesien

Am Montag reist Bundesinnenminister Thomas de Maiziére (CDU) an den Ort der Attacke, um sein Mitleid mit den Angehörigen der Opfer und seine Solidarität mit dem tunesischen Volk auszudrücken. 

Von dpa

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