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UN verurteilen Gewalt bei Hilfslieferung in Ost-Ghuta

Damaskus. Endlich kommt Hilfe ins heftig umkämpfte Ost-Guta - und dann können die Lastwagen nicht einmal ganz ausgeladen werden. Die UN finden klare Wort. Derweil verspricht Russland den Rebellen freies Geleit.

UN verurteilen Gewalt bei Hilfslieferung in Ost-Ghuta

Ost-Ghuta vor den Toren der Hauptstadt Damaskus hat seit Mitte Februar die heftigsten Luftangriffe der Regierung seit Beginn des Syrien-Krieges 2011 erlebt. Auch am Tag der Hilfslieferung gingen die Bombardements weiter Foto: Samer Bouidani

Die Vereinten Nationen haben Angriffe der syrischen Regierung scharf verurteilt, die zum Abbruch einer dringend benötigten Hilfslieferung im syrischen Ost-Ghuta führten.

Die Gewalt offenbare einen „Mangel an Respekt für die Waffenruhe“ und die Missachtung von Sicherheitsgarantien für den Konvoi, hieß es am Dienstag in einer Mitteilung des UN-Nothilfebüros Ocha. Der syrische Verbündete Russland versprach den Rebellen unterdessen freies Geleit.

Am Montag war in der belagerten Region östlich der syrischen Hauptstadt Damaskus die erste Hilfslieferung seit der jüngsten Eskalation der Gewalt angekommen. Die Entladung der Lastwagen musste allerdings „wegen eskalierender Gewalt und Unsicherheit“ abgebrochen werden, teilte Ocha weiter mit. Bereits am Montagabend hatten Aktivisten in der Region sowie Mitarbeiter der Vereinten Nationen von dem Vorfall berichtet.

Luftangriffe und Beschuss seien über Stunden weitergegangen, während der Konvoi Nahrung für 27 500 Menschen sowie medizinische Produkte lieferte, so Ocha. Deswegen habe man das belagerte Gebiet nach neun Stunden verlassen, 14 der 46 Lastwagen konnten demnach nicht vollständig ausgeladen werden. Zudem hatte die syrische Regierung medizinische Hilfsgüter vor der Einfahrt des Konvois in Ost-Ghuta aussortiert. Dabei handelte es sich der Weltgesundheitsorganisation zufolge um Material für die Behandlung von Verletzungen und für Operationen sowie Insulin und Dialyse-Artikel.

Ost-Ghuta wird seit 2013 von Regierungstruppen belagert, die dort Mitte Februar die schwersten Angriffe seit Beginn des Syrien-Krieges 2011 gestartet hatten. Insgesamt starben nach Angaben der Beobachtungsstelle in den vergangenen beiden Wochen mehr als 760 Zivilisten durch Bombardements und Artilleriebeschuss, darunter mindestens 172 Kinder. In der Region sollen sich 400 000 Menschen befinden.

Das russische Verteidigungsministerium versprach den mehrheitlich islamistischen Aufständischen in der Region, dass sie und ihre Familien das Gebiet verlassen dürften, wenn sie wollten. Russland ist einer der wichtigsten Verbündeten der syrischen Regierung. Es werde keine Kapitulation geben, sagte dagegen Wael Olwan, Sprecher der islamistischen Failak al-Rahman, einer der wichtigsten bewaffneten Gruppen in dem Gebiet. Was Russland versuche, sei eine „Zwangsvertreibung“.

Russland unterstützt die syrische Regierung bei ihrer Offensive auf Ost-Ghuta. Dort hatten nach den schweren Luftangriffen in den vergangenen Tagen die Bodenkämpfe zugenommen. Truppen von Präsident Baschar al-Assad haben nach Angaben der Beobachtungsstelle inzwischen 40 Prozent des Gebietes eingenommen.

Die Vereinten Nationen wollen am Donnerstag eine weitere Hilfslieferung in das belagerte Ost-Ghuta in Syrien bringen. Die UN und ihre Partnerorganisationen seien bereit, sofern es die Bedingungen zuließen, sagte die Ocha-Sprecherin Linda Tom am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Sie betonte, dass für einen neuen Hilfskonvoi Sicherheitsgarantien der syrischen Regierung vorliegen müssten.

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