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US-Demokraten kritisieren McCain-Vize Sarah Palin

Washington (dpa) Kurz vor dem Nominierungsparteitag der Republikaner sorgt die überraschende Ernennung der jungen Gouverneurin Sarah Palin zur Vizekandidatin weiter für Aufregung im US-Wahlkampf.

US-Demokraten kritisieren McCain-Vize Sarah Palin

Im Falle eines republikanischen Wahlsieges würde Sarah Palin US-Vizepräsidentin werden.

Die 44-Jährige brach an der Seite von Spitzenbewerber John McCain (72) zu einer Busreise durch mehrere Staaten auf dem Weg nach Minneapolis-St. Paul (Minnesota) auf, wo sich am Montag die Republikaner für vier Tage treffen wollen. Die von McCains Entscheidung völlig überraschten Demokraten kritisierten die Wahl Palins, die seit zwei Jahren Gouverneurin von Alaska ist und darüber hinaus keine weitere politische Erfahrung hat. Zugleich würdigten sie aber ihre Ernennung als Durchbruch für die Frauen.

Nach Medienberichten vom Samstag äußerten sich auch republikanische Strategen hinter den Kulissen «verwundert» über McCains Schritt. Angesichts von Palins Unerfahrenheit werde das bisherige Argument «zerstört», dass Obama wegen seiner erst vierjährigen Amtszeit als Senator als Präsident ungeeignet sei, zitierte die «Washington Post» einen Experten.

Obama selbst milderte in einer gemeinsamen Erklärung mit seinem Vizekandidaten Joe Biden eine erste kritische Stellungnahme aus seinem Wahlkampflager ab. Darin hatte sich Obamas Sprecher Bill Burton darüber mokiert, dass Palin vor ihrer Wahl zur Gouverneurin nichts anderes als Bürgermeisterin eines Dorfes mit 9000 Einwohnern gewesen sei. In der gemeinsamen Erklärung gratulierten Obama und Biden Palin nun zur ihrer Berufung und sprachen von einem ermutigenden Zeichen, «dass alte Barrieren in der Politik fallen». Bei allen politischen Differenzen sei Palin eine «bewundernswerte Persönlichkeit» und werde eine «fesselnde neue Stimme» in McCains Wahlkampf sein.

Auch die Ex-First Lady Hillary Clinton beglückwünschte Palin und erklärte: «Wir sollten alle stolz auf die historische Nominierung von Gouverneurin Sarah Palin sein.» Die Politik des Gespanns McCain und Palin würde zwar das Land in eine falsche Richtung bringen, fuhr Clinton fort, «aber der Debatte wird durch Gouverneurin Palin eine wichtige neue Stimme hinzugefügt».

Zugleich starteten die Demokraten einen Fernseh-Werbespot, in dem darauf verwiesen wird, dass Palins Berufung nichts daran ändere, dass McCain nicht für politischen Wandel stehe. Es bleibe dabei, dass er die alte Politik von Präsident George W. Bush fortsetzen wolle.

Bush soll nach bisherigen Plänen am späten Montagabend (Ortszeit) auf dem republikanischen Wahlparteitag zu den rund 2400 Delegierten und Tausenden von Gästen sprechen. Zuvor ist auch eine Rede von Vizepräsident Richard Cheney geplant. Allerdings könnte der in der Karibik heranziehende Hurrikan «Gustav» die Parteitagspläne durcheinander bringen. Bush erwägt eine Absage seines Auftritts, sollte der Sturm tatsächlich zu einer massiven Bedrohung werden. Das könnte die Organisatoren zu einer Verschiebung der Parteitagseröffnung zwingen. Der Sturm wird nach Berechnungen der Meteorologen am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) auf die Küste am Golf von Mexiko prallen. Bereits am Samstag wurde mit Evakuierungen begonnen.

McCain soll am kommenden Donnerstag offiziell von den Delegierten als Präsidentschaftskandidat nominiert werden und wird danach seine Antrittsrede halten. Sein Konkurrent Barack Obama hatte seine erste Ansprache als Kandidat am vergangenen Donnerstag in Denver vor 85 000 Menschen in einem Stadion gehalten. 38 Millionen Menschen verfolgten seine Rede im Fernsehen - die höchste Einschaltquote, die es jemals bei einer Parteitagsrede gegeben hat.

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