Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

US-Wissenschaftler warnt vor Übermacht der Tech-Giganten

Hamburg. Zu den „Online Marketing Rockstars“ versammeln sich zehntausende Netz- und Werbeexperten in Hamburg: US-Wissenschaftler Galloway fordert die Zerschlagung von Tech-Giganten. Zalando-Chef Gentz gibt sich kritisch, was die Frauenquote in der Führungsriege betrifft.

US-Wissenschaftler warnt vor Übermacht der Tech-Giganten

Galloway konnte wegen eines Schneesturms in New York nicht nach Hamburg kommen konnte und wurde per Satellit zugeschaltet. Foto: Tobias Hase/Archivbild

US-Marketingprofessor Scott Galloway hat vor einer Übermacht der vier Tech-Giganten Google, Amazon, Facebook und Apple gewarnt und eine Zerschlagung der Konzerne gefordert.

Als Monopolisten verhindert sie Innovation und Fortschritt, ihre Gewinne gingen zu Lasten kleinerer Unternehmen und zudem würden sie kaum Steuern zahlen, sagte er bei einer Digitalkonferenz in Hamburg.

In den vergangenen drei Monaten habe Amazon seinen Börsenwert um den Gesamtwert von Walmart vergrößert. Trotz der Tatsache, dass Amazon in den vergangenen zehn Jahren 1,4 Milliarden Steuern gezahlt hat und Walmart 64 Milliarden“, sagte der Wissenschaftler und Bestseller-Autor („The Four“). Unerwähnt blieb jedoch, dass Amazon angesichts hoher Investitionen in den vergangenen Jahren auch nur sehr geringe Gewinne verzeichnet hat.

Galloway, der wegen eines Schneesturms in New York nicht nach Hamburg kommen konnte und per Satellit zugeschaltet worden war, sagte weiter: „Der Schlüssel zum Kapitalismus sind wettbewerbsfähige Märkte, doch die Märkte sind nicht mehr wettbewerbsfähig.“

Laut dem Kritiker der Tech-Schwergewichte könnten die vier Konzerne viel zu frei agieren, Strafen blieben aus, oder seien deutlich zu schwach. Er appellierte an Europa, massiver gegen die Unternehmen vorzugehen. Das hätte die USA nicht hinbekommen. „Europa muss das tun, wozu wir nicht fähig waren.“

Bei der Konferenz stand außerdem Zalando-Gründer Robert Gentz auf der Bühne. Der Online-Modehändler hatte unlängst angekündigt, seine Produkte noch stärker mit Hilfe von Computerprogrammen zu vermarkten und deshalb bis zu 250 Stellen im Marketing abzubauen. „Das ist absolut nicht leichtgefallen“, sagte Gentz. Aber über die Jahre habe sich eine Komplexität bei Zalando im Marketing aufgebaut, „so dass wir sehr langsam geworden sind“. Parallel habe sich der Markt sehr schnell entwickelt, sei komplexer uns technologiebasierter geworden.

Selbstkritisch gab sich Gentz auch mit Blick auf die Tatsache, dass es bei Zalando kaum Frauen in den Top-Führungspositionen gebe, obwohl der weitaus größere Teil der Kundschaft weiblich sei. „Das ärgert mich selbst, dass wir nicht die Frauenquote haben, die wir haben sollten“, sagte er und versprach, daran zu arbeiten.

Am Freitagabend war noch Metallica-Drummer Lars Ulrich als Speaker angekündigt, der als Kenner der digitalen Szene gilt. Zu der zweitägigen Veranstaltung waren bis zu 40.000 Besucher erwartet worden. Traditionell geht es bei den „Online Marketing Rockstars“ aber auch um Partys und Konzerte. So trat in der Kaffeepause Rapper Marteria auf. Am Abend sollte Schauspieler Lars Eidinger als DJ auftreten.

THEMEN

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Netzwelt

Apple modernisiert Roboter zum Zerlegen von iPhones

Cupertino. Apple hat sein Roboter-System für das Recycling ausgemusterter iPhones in zweiter Generation modernisiert. Das neue Modell „Daisy“ kann bis zu 200 iPhones pro Stunde zerlegen, wie Apple mitteilte.mehr...

Netzwelt

Moskau geht gegen Chatdienst Telegram vor

Moskau. Russland will den Zugang zum populären Internetdienst Telegram sperren, doch der gibt nicht klein bei. Es ist die bislang schärfte Schlacht um Freiheit oder Kontrolle im russischen Teil des Internets.mehr...

Netzwelt

Facebook: Eltern werden zu Einstellungen gefragt

Menlo Park. Facebook kündigt die nächsten Schritte zur Umsetzung der ab Ende Mai greifenden EU-Datenschutzverordnung an. Diesmal geht es unter anderem um den Schutz von Jugendlichen und die Rückkehr der Gesichtserkennung in Europa.mehr...