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USA töten Nummer zwei des Terrornetzwerks Al-Kaida

Sanaa (dpa) Al-Wahischi galt als zweitmächtigster Mann im Terrornetzwerk Al-Kaida. Der frühere Sekretär Bin Ladens wurde mit dem Anschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» in Zusammenhang gebracht. Nun wurde er Ziel eines Luftangriffs.

USA töten Nummer zwei des Terrornetzwerks Al-Kaida

Nasser al-Wahischi, Chef des Ablegers Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP), soll im Jemen getötet worden sein. Foto: EPA/US State Department

Mit der Tötung des Vizechefs von Al-Kaida ist den USA ein Schlag gegen das internationale Terrornetzwerk gelungen.

Ein Sprecher der Terrorgruppe Al-Kaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) bestätigte in einem Internetvideo, Nasser al-Wahischi sei bei einem US-Luftangriff im Jemen ums Leben gekommen. Der weltweit gesuchte Terrorist war als Stellvertreter von Aiman Al-Sawahiri die Nummer zwei bei Al-Kaida. Die USA hatten auf seinen Kopf eine Belohnung von zehn Millionen US-Dollar (8,9 Millionen Euro) ausgelobt.

Die USA bestätigten seinen Tod. Es handele sich um einen größeren Schlag gegen die AQAP, sagte der Sprcher des Nationalen Sicherheitsrats, Ned Price. Viele der Terrorpläne Al-Wahischis seien aber von den USA vereitelt worden.  

Als Anführer von AQAP stand Al-Wahischi in den vergangenen Jahren an der Spitze des mächtigstens Al-Kaida-Ablegers. Die Gruppe soll auch hinter dem Anschlag auf das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» in diesem Frühjahr stecken. In Afghanistan gehörte Al-Wahischi einst zu den engsten Vertrauten Osama bin Ladens und arbeitete für ihn als Privatsekretär.

In jemenitischen Medien hieß es, der Terrorist sei bereits am Freitag bei einem US-Drohnenangriff in der Küstenstadt Al-Mukalla in der Provinz Hadramaut getötet worden. In der Region hat Al-Kaida seine Rückzugsräume und Hochburgen. Zu Al-Wahischis Nachfolger als AQAP-Chef erklärte die Terrororganisation Kassim al-Rimi, bisher Militärchef des Al-Kaida-Ablegers. Auf ihn haben die USA ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar ausgesetzt.

Die US-Streitkräfte fliegen seit Jahren Drohnenangriffe auf Al-Kaida-Mitglieder im Jemen. Auch die US-Geheimdienste setzen Killerdrohnen ein, bestätigen deren Einsätze aber in der Regel nicht. Stoppen konnten die Luftangriffe Al-Kaida im Jemen bisher nicht. Die Terrororganisation profitiert von den chaotischen Zuständen in dem Bürgerkriegsland.

Jemen-Fachmann Adam Baron vom European Council on Foreign Relations sagte, mit dem neuen Anführer könnte Al-Kaida im Jemen noch radikaler werden. Al-Wahischi sei zwar wichtig für den Erfolg von AQAP gewesen, aber die Auswirkungen seines Todes dürften nicht überschätzt werden. Wegen des Bürgerkriegs sei die Lage für Al-Kaida derzeit sehr gut.

Schiitische Huthi-Rebellen haben große Teile des armen Landes unter ihre Kontrolle gebracht und Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi zur Flucht nach Saudi-Arabien gezwungen. Eine von Saudi-Arabien geführte Koalition bombardiert seit Ende März Huthi-Stellungen im Jemen. In Genf haben in dieser Woche unter UN-Vermittlung Gespräche über eine friedliche Lösung des Konflikts begonnen.

Der Angriff aus Al-Wahischi war die zweite US-Kommandoaktion auf einen weltweit gesuchten Top-Terroristen innerhalb weniger Tage. Am vergangenen Wochenende soll bei einem US-Angriff in Libyen der Extremist Mokhtar Belmokhtar getötet worden sein, wie die internationale anerkannte Regierung Libyens am Montag meldete.

Für den Tod Belmokhtars gibt es jedoch bislang keine Bestätigung. Eine Gruppe von Dschihadisten veröffentlichte am Dienstag im Internet die Namen von Extremisten, die bei einem US-Angriff in der libyschen Stadt Adschdabija ums Leben gekommen seien. Belmokhtar ist in der Liste des «Schura-Rates Adschdabija» nicht aufgeführt.

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