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Übernahme von British Energy durch EDF geplatzt

Paris/London (dpa) Die Übernahme des britischen Atomstrom- Anbieters British Energy durch den französischen Stromriesen EDF ist in letzter Minute am Preis gescheitert.

Übernahme von British Energy durch EDF geplatzt

Ein Schild mit dem Logo des französischen Stromkonzerns EDF (Electricite de France) steht vor einem Umspannwerk. (Symbolbild)

«Die finanziellen Bedingungen für eine Entwicklung in Großbritannien sind derzeit nicht gegeben», sagte der Chef von Électricité de France (EDF), Pierre Gadonneix, am Freitag in Paris. Für Großbritannien bedeutet der Rückzug von EDF einen spürbaren Dämpfer für die Pläne zum Generationswechsel bei den alternden Atomkraftwerken. EDF hätte nach der Übernahme neue Reaktoren des französischen Typs ERP an sechs Standorten bauen können.

Nach Informationen der Zeitung «Le Figaro» wollte EDF British Energy für mehr als 15 Milliarden Euro übernehmen. Dies entspricht einem Preis von 765 Pence pro Aktie. Das erste Angebot hatte bei weniger als 700 Pence pro Aktie gelegen. Laut britischen Medienberichten wollten zwei der größten Anteilseigner von British Energy mehr Geld von EDF sehen.

Der britische Wirtschaftsminister John Hutton sagte, die Regierung sei enttäuscht, dass der Deal geplatzt sei. «Sie hätten gut zusammengepasst», sagte Hutton der BBC. Er betonte jedoch, die britische Nuklear-Strategie sei nicht von EDF abhängig. Großbritannien hält einen Anteil von 35 Prozent an British Energy, dem größten Atomstromproduzenten des Vereinten Königreichs. Das Unternehmen betreibt acht Kernkraftwerke und liefert ein Sechstel des Stroms auf der Insel.

Die britische Regierung hatte Unternehmen immer wieder dazu aufgerufen, in die veralteten Reaktoren zu investieren. Die Regierung in London setzt wegen des Klimawandels und der steigenden Gas- und Ölpreise verstärkt auf Atomstrom. Für British Energy hatten sich RWE und die spanische Iberdrola sowie Suez interessiert.

Der EDF-Chef sagte, sein Unternehmen sei weiterhin daran interessiert, «beim Ausbau der britischen Atomindustrie eine wichtige Rolle zu spielen». Zu möglichen weiteren Verhandlungen mit Britisch Energy wollte er sich zunächst nicht äußern. Als Bedingung für eine Übernahme nannte er die Aussicht, «innerhalb von drei Jahren Gewinn zu machen». Eine feindliche Übernahme schloss er aus.

EDF gab am Freitag zugleich eine Steigerung von Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr bekannt. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sei der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr von 8,86 auf 9,04 Milliarden Euro gestiegen. Analysten hatten mit einem niedrigeren Ergebnis gerechnet. Im Gesamtjahr soll das EBITDA laut EDF organisch um drei Prozent zulegen. Der Umsatz wuchs im ersten Halbjahr um 6,4 Prozent auf 32,24 Milliarden Euro.

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