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Gut zu wissen

Überstunden, Probezeit, Kündigung: Die Rechte von Azubis

BERLIN Mit dem ersten Tag im Ausbildungsbetrieb beginnt für Schulabgänger ein neuer Lebensabschnitt. Sie sind nun im Berufsleben angekommen. Das bringt eine Reihe neuer Rechte und Pflichten mit sich.

Überstunden, Probezeit, Kündigung: Die Rechte von Azubis

Darf der Meister das? Lehrlinge sollten sich zu Beginn ihrer Ausbildung informieren, was ihre Rechte und Pflichten sind. So können sie besser einschätzen, was von ihnen erwartet wird.

Neue Aufgaben, neue Kollegen, neue Arbeitszeiten: Am Anfang der Lehre müssen sich Jugendliche einiges merken. Vielen erscheint es daher nervig, sich auch noch mit schwierigen rechtlichen Fragen auseinanderzusetzen.

So punkten Jugendliche bei der Ausbildungssuche

Das schloddrige T-Shirt bitte im Schrank lassen. Der Blazer wertet eine Jeans auf. Und gegen Fettnäpfchen kann man sich wappnen, meint Etikette-Trainerin Heike M. Falkenstein aus Trier: "Vorher den Ausbilder anrufen und nach dem Dresscode fragen. Das ist bei den Betrieben willkommen, denn es zeigt, jemand macht sich Gedanken."
Bei der Suche nach guten Lehrlingen sind vielen Unternehmen gutes Benehmen und Zuverlässigkeit besonders wichtig. "Wir arbeiten im hochwertigen Privatsektor. Da muss ein Mitarbeiter sich schon vernünftig benehmen können", erläutert Malermeister Rainer Becker aus Düsseldorf.
Entscheidend ist, dass man als Azubi ehrliches Interesse zeigt und neugierig auf Neues ist. Man muss lernwillig sein.
Natürlich sind gute Noten von Vorteil. Doch viel entscheidender ist nach Einschätzung von Axel Fuhrmann die Leistungsbereitschaft - "dass die Motivation da ist, etwas lernen zu wollen", betont der stellvertretende Hauptgeschäftsführer von der Handwerkskammer Düsseldorf. "Denn fehlende fachliche Qualifikation kriegt man meist noch hin, in der Berufsschule oder durch Nachhilfe im Betrieb."
Kritikfähig müssen Azubis sein. "Wenn einem der Meister einmal «dumm kommt», die Brocken hinschmeißen - so einen Lehrling kann kein Betrieb gebrauchen", warnt Axel Fuhrmann von der Handwerkskammer.
Ohne soziale Kompetenzen geht gar nichts. Oft hapere es bei jungen Menschen aber schon an grundlegenden Kleinigkeiten, etwa sich mit Namen vorzustellen, hat Axel Fuhrmann von der Handwerkskammer festgestellt.
"Wenn der Montagewagen morgens um sieben Uhr losfahren soll und der Auszubildende kommt erst zehn Minuten später - das geht nicht", sagt Axel Fuhrmann von der Handwerkskammer Düsseldorf. Unentschuldigtes Fehlen, nach etwas Arbeit erst mal Pause machen - mit so einem Verhalten hinterlässt man keinen guten Eindruck.
Bei einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter 14 000 Unternehmen bemängelte fast jeder zweite Betrieb fehlende Leistungsbereitschaft, Belastbarkeit und Disziplin der Azubis.
Wenn ein Bewerber beweist, dass er Lust und Interesse hat, hat er gute Chancen, als Lehrling eingestellt zu werden. "Was hinter dem Menschen steckt, ist mir wichtiger als das Zeugnis", erklärt Malermeister Rainer Becker aus Düsseldorf.

Einen Überblick über ihre Rechte sollten Auszubildende haben. Denn nicht immer ist alles, was der Arbeitgeber anordnet, auch erlaubt. Erklärungen zu einigen zentralen Begriffen:

Ausbildungsfremde Tätigkeiten: Kaffee kochen? Die Werkhalle putzen? Mancher Lehrling mag sich fragen, was er bei der Erledigung solcher Aufgaben lernen soll. «Muss ein Auszubildender nur Kaffee kochen, ist das nicht zulässig», sagt Nico Schönefeldt, Ausbildungsexperte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Gleich beschweren sollte man sich jedoch nicht, wenn man einmal Fleißaufgaben übernehmen muss. Nach Paragraf 14 des Berufsbildungsgesetzes dürfen Auszubildenden nur Aufgaben übertragen werden, die dem Ausbildungszweck dienen und ihren körperlichen Kräften angemessen sind. Was dabei im Einzelnen dem Ausbildungszweck diene, sei nicht immer eindeutig. Bei Zweifeln sollten Lehrlinge zunächst das Gespräch mit dem Ausbilder im Betrieb suchen.

Probezeit: Die Probezeit für Azubis dauert mindestens einen und höchstens vier Monate. In dieser Phase sollen Betrieb und Azubi überprüfen können, ob sie zueinander passen. Passt es nicht, kann der Betrieb dem Azubi in schriftlicher Form fristlos und ohne Angabe von Gründen kündigen. «Auch der Azubi kann seine Ausbildung in der Probezeit mit einer schriftlichen Kündigung sofort abbrechen», sagt Katharina Schumann von der Handwerkskammer Berlin.

Ärztliche Untersuchung: Alle minderjährigen Jugendlichen müssen sich vor Beginn einer Ausbildung ärztlich untersuchen lassen, sagt René Rudolf, Bundesjugendsekretär des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Der Arzt überprüft, ob der Jugendliche körperliche Entwicklungsrückstände oder schwere körperliche Gebrechen hat.

Ausbildungsmaterialien: Lehrlinge müssen ihre Ausbildungsmittel nicht selbst bezahlen. Vielmehr muss der Betrieb dem Jugendlichen alle Ausbildungsmittel stellen, die zum Erreichen der Abschlussprüfung erforderlich sind, sagt René Rudolf. Darunter fallen Werkzeuge und Zeichengeräte, aber auch Schreibblöcke und technische Schablonen. Arbeitskleidung, die vor Unfällen und Verletzungen schützen soll, zum Beispiel Bauhelme oder Schuhe mit Stahlkappen, muss der Betrieb übernehmen.

Arbeitszeiten: Die tägliche Arbeitszeit sollte im Ausbildungsvertrag geregelt sein. Dabei schreiben das Arbeitsschutzgesetz sowie das Jugendarbeitsschutzgesetz bestimmte Höchstgrenzen vor. So dürfen etwa minderjährige Lehrlinge nicht länger als 8 Stunden täglich arbeiten und nicht mehr als 40 Stunden wöchentlich. Bei Lehrlingen über 18 Jahren darf die tägliche Arbeitszeit 8 Stunden in der Regel ebenfalls nicht überschreiten.

Urlaub: Der Urlaubsanspruch richtet sich nach dem Alter. Unter 16-Jährige haben Anspruch auf 30 Werktage Urlaub im Jahr, unter 17-Jährige auf 27 Werktage. Unter 18 Jahren erhält man noch mindestens 25 Werktage, für volljährige Azubis gibt es mindestens 24 Werktage Urlaub, sagt Katharina Schumann. In bestimmten Fällen, zum Beispiel Hochzeit oder Tod eines nahen Angehörigen, hat der Azubi nach dem Arbeitsrecht Anspruch auf Sonderurlaub.

 

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