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Prozess gegen Möbelpacker

Umzugs-Schnäppchenpreis entpuppt sich als Abzocke

ESSEN Weil sie in Serie Umzugskunden erpresst haben sollen, müssen sich 16 Möbelpacker vor dem Essener Landgericht verantworten. Laut Anklage hatten sie erst günstige Festpreise angeboten, nach dem Möbelaufladen dann aber exorbitante Preisaufschläge verlangt. Im Prozess geht es um 180 Einzelfälle.

Umzugs-Schnäppchenpreis entpuppt sich als Abzocke

In Essen stehen 16 mutmaßliche Umzugs-Erpresser vor Gericht.

Das Angebot war verlockend: Ein Umzug zum Schnäppchenpreis. Und sogar mit Extra-Rabatten für Senioren. Doch kaum waren die ersten Kartons aufgeladen, streikten die Möbelpacker, drohten mit Abbruch -  und verzehnfachten den Preis. Seit Mittwoch stehen in Essen 16 mutmaßliche Umzugs-Erpresser vor Gericht.

Die 200-seitige Anklageschrift gegen die drei Frauen und 13 Männer aus Mülheim und Essen ist so umfangreich, dass die Richter allein für die Verlesung der 180 mutmaßlichen Erpressungsfälle zwei Verhandlungstage vorgesehen haben. Ginge es nicht um echte Umzugsschicksale, hätte man über die erste Antwort einer Angeklagten sogar ein wenig  schmunzeln können. Die 48-Jährige korrigierte ihre Personalien mit den Sätzen: „Die Wohnanschrift ist nicht mehr aktuell.“ Dann die Begründung: „Ich bin umgezogen.“

Dreist abkassiert

Laut Anklage sollen die Firmeninhaber und Mitarbeiter zwischen Juni 2008 und Oktober 2012 bei Umzügen im gesamten Ruhrgebiet Kunden erpresst und dreist abkassiert haben. Die Masche: Erst wurde per Zeitungsannonce mit einem unschlagbar günstigen Umzugs-Festpreis gelockt. Senioren wurden sogar noch 15 Prozent Rabatt versprochen. Doch kaum war der Tag des Umzugs gekommen, sollen die Möbelpacker ungemütlich geworden sein – und die hilfslose Lage ihrer Kunden schamlos ausgenutzt haben.

In Dortmund sollen die Angeklagten im November 2008 einer Seniorin für ihren Umzug aus Wichlinghofen in die Gartenstadt erst ein 350 Euro Festpreis-Angebot gemacht haben. Unmittelbar vor dem Abladen der Möbel und Umzugskisten soll der Vorarbeiter dann urplötzlich 4200 Euro gefordert haben. Ansonsten würden er und seine Leute die Möbel auf dem LKW lassen und an einen unbekannten Ort bringen. Die Dortmunderin sah sich laut Anklage gezwungen, zu zahlen und übergab für die Herausgabe ihrer Möbel am Ende all ihr Erspartes - 2500 Euro.

Wie bekannt wurde, haben im Vorfeld des Prozesses bereits Verständigungsgespräche zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht über ein mögliches Strafmaß stattgefunden. Mehrere (wohl geständige) Angeklagte können danach bereits in Kürze mit ihren Urteilen rechnen. Aktuell sind noch neun Sitzungstage bis zum 16. November vorgesehen. 

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