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Unglück an der Zugspitze: Veranstalter von Staatsanwaltschaft vernommen

MÜNCHEN/WITTEN Der Tod der beiden Männer bei dem Extrem-Berglauf auf die Zugspitze am Sonntag geht vor allem auf Unterkühlung der Sportler zurück. Das teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag nach der Obduktion mit. Jetzt trauern die Wittener Sportskameraden des verstorbenen Uwe Moldenhauer um ihn. Unterdessen wurde der Veranstalter als Zeuge vernommen.

von dpa

, 15.07.2008

In einem Fall habe die Obduktion Unterkühlung als Todesursache ergeben. Beim zweiten Opfer kämen daneben auch Herz-Kreislaufprobleme infrage, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft München II, Rüdiger Hödl, am Dienstag. 

"Mein tiefstes Bedauern"

Der 41-jährige Wittener Uwe Moldenhauer und ein 45-Jähriger aus Ellwangen in Baden-Württemberg waren bei dem Lauf unter dem Gipfel des 2962 Meter hohen Berges trotz Wiederbelebungsversuchen gestorben.

„Ich kann nur mein tiefstes Bedauern ausdrücken“, sagte der Veranstalter des Extremlaufes, Peter Krinninger, am Dienstag. Die Staatsanwaltschaft habe ihn als Zeugen vernommen und ihm geraten, in der Öffentlichkeit nicht Stellung zu nehmen, berichtete Krinninger.

Fahrlässige Tötung?

Je nach Verlauf der Vorermittlungen könnte Krinninger ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung drohen. „Wir sind dabei zu prüfen, ob wir einen Anfangsverdacht haben“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Hödl.

Die Anklagebehörde recherchiert derzeit die Umstände des Unglücks. „Wir sind im Vorfeld der Ermittlungen“, betonte Hödl. Zunächst sollen Zeugen und Betroffene vernommen und Wetterdaten eingeholt werden. „Wir prüfen einzelne Parameter, die für uns wichtig sind. Dann erst werden wir entscheiden, ob wir ein Ermittlungsverfahren einleiten.“

600 Teilnehmer, 100 Helfer im Einsatz

Sechs Sportler waren bei dem Lauf mit rund 600 Teilnehmern auf Deutschlands höchsten Berg mit Unterkühlungen und völlig erschöpft ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen gebracht worden. Die fünf Männer und eine Frau im Alter zwischen 27 und 58 Jahren konnten jedoch nach einem Tag das Krankenhaus wieder verlassen. Bis zu 100 Helfer waren im Einsatz, um den frierenden, erschöpften und vielfach nur leicht bekleideten Läufern im Schneetreiben zu helfen.