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Universeller Wohlklang: Hélène Grimaud spielt Bach

Hamburg (dpa) - Nun hat Hélène Grimaud sich auch mit Johann Sebastian Bach intensiv auseinandergesetzt. Werken des Barock-Musikers stellt sie in der aktuellen Einspielung Bach-Transkriptionen von drei Komponisten der Romantik gegenüber.

Universeller Wohlklang: Hélène Grimaud spielt Bach

Hélène Grimaud spielt Bach. (Bild: Mat Hennek/DG)

Und wie immer hat es sich die Philosophin am Piano nicht leicht gemacht. Jeder der Bearbeitungen sind Präludium und Fuge in derselben Tonart vorangestellt. Als effektvollen Einstieg in die CD hat die 1969 in Aix-en-Provence geborene Klaviervirtuosin Präludium und Fuge BWV 847 gewählt, eine melodisch hervorstechende Komposition Bachs. Das folgende Konzert in d-Moll (BWV 1952), in einer sehr leidenschaftlichen Stimmung - ursprünglich für die Geige geschrieben - ist von dem großen Meister aus Eisenach selbst neu arrangiert worden.

Sergej Rachmaninoffs feine Transkription eines Violinsolos (BWV 1006) für Piano zeugt von großem Können, dem das hervorragende Spiel von Hélène Grimaud Rechnung trägt. Die Bearbeitung einer Chaconne (BWV 1004) durch Ferruccio Busoni wollte die Künstlerin unbedingt dabei haben. Für sie ist das Original der eindrucksvollste Satz, den Bach je geschrieben hat und ein Werk, das dem Interpreten jede denkbare musikalische Möglichkeit eröffnet. Mit der Überarbeitung von Franz Liszt präsentiert sie ein sehr gefühlvolles Präludium und Fuge (BWV 543) mit einem ganz ungewöhnlich heftigen Ende.

Zu den üblichen Auseinandersetzungen um die korrekte Aufführungspraxis Bachscher Werke gesellt sich der innovative, nicht immer unumstrittene, Charakter der Pianistin. So ist es auch konsequent, dass die Diskussion um Originalinstrumente für sie kein Thema ist. «Bach lässt sich auf jedem Instrument wundervoll spielen, wenn die Seele entsprechend eingestellt ist», teilt sie mit. Für Grimaud ist das Timing der Schlüssel zu Artikulation und Ausdruck, wobei ihr bewusst ist, wie die Möglichkeiten moderner Tasteninstrumente dazu verführen können, zu viel zu machen und dabei das Eigentliche aus dem Auge zu verlieren.

Das enorme Schaffen von Johann Sebastian Bach strotzt von religiöser Inbrunst und Spiritualität, und sein Werk ist nur im Zusammenhang mit seinem tief empfundenen Glauben zu begreifen. Hélène Grimaud versteht es meisterlich, die universelle Kraft, die in dieser Musik ruht, zum Ausdruck zu bringen.

www.helene-grimaud.de

www.klassikakzente.de

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