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Test der Grünen

Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in Muttermilch

Berlin Bei einem Test der Muttermilch von stillenden Frauen in Deutschland sind hohe Werte von Glyphosat gefunden worden. Angesichts der Rückständen des Unkrautvernichters schlagen nun die Grünen Alarm und fürchten mögliche Gesundheitsrisiken.

Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in Muttermilch

Die WHO stuft Glyphosat als «wahrscheinlich krebserregend» ein. Foto: Arno Burgi

Die Grünen haben Muttermilch von 16 stillenden Frauen aus verschiedenen Bundesländern auf Belastungen testen lassen. Dabei wurden Glyphosat-Mengen zwischen 0,210 und 0,432 Nanogramm pro Milliliter Milch gemessen - für Trinkwasser sind den Angaben zufolge 0,1 Nanogramm zulässig. Ein Nanogramm ist ein milliardstel Gramm.

"Wahrscheinlich krebserregend"

Umstritten ist, ob das in Landwirtschaft und Gartenbau eingesetzte Glyphosat die Gesundheit schädigt. Die Krebsforschungsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation WHO stufte den Wirkstoff im März als "wahrscheinlich krebserregend" ein.

Die Vorsitzende des Bundestags-Umweltausschusses, Bärbel Höhn (Grüne), forderte Konsequenzen: "Die Bundesregierung muss Glyphosat aus dem Verkehr ziehen, bis die Frage der krebsauslösenden Wirkung geklärt ist."

Das Thema ist aktuell, weil die Genehmigung für Glyphosat in der EU Ende des Jahres ausläuft und der Wirkstoff für eine Verlängerung neu geprüft wird.

weil die Genehmigung für Glyphosat in der Europäischen Union Ende des Jahres ausläuft und der Wirkstoff für eine Verlängerung neu geprüft wird. Deutschland hat dabei als zuständiger Berichterstatter eine herausgehobene Position - und auf Grundlage des BVL-Berichts zunächst keine Bedenken angemeldet. Unkrautvernichter Glyphosat in Muttermilch deutscher Frauen | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf: http://www.derwesten.de/panorama/unkrautvernichter-glyphosat-in-muttermilch-deutscher-frauen-id10821102.html#plx189630208

Ist der Wirkstoff wirklich gefährlich?

Ob der Wirkstoff gefährlich ist, oder nicht, darüber streiten Umweltschützer, Verbände und andere Institutionen seit längerem. In einem Fragen und Antworten weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) darauf hin, dass "Glyphosat wie jeder andere Pflanzenschutzmittelwirkstoff im Rahmen der EU-Wirkstoffprüfung turnusmäßig hinsichtlich seiner Risiken für Gesundheit und Umwelt so wie seiner Wirksamkeit neu bewertet" wird. Eine Analyse habe keine Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung durch Glyphosat bei Versuchstieren ergeben.

Auf der anderen Seite verweist unter anderem die Nicht-Regierungsorganisation (NGO) "Earth Open Source" auf eine Studie von 2011, nach der Glyphosat Missbildungen und Krebs auslösen kann. Das BfR wiederum hat großen Zweifel an "Qualität und Validität der Studie".

Wissenschaftlerin: Tests ausweiten

Irene Witte, Professorin am Toxikologischen Institut der Universität Oldenburg hält die von den Grünen getesteten Werte für "untragbar". "Ich hätte nicht mit so hohen Rückstandswerten in der Muttermilch gerechnet, da Glyphosat stark wasser- und nicht fettlöslich ist." Zwar könne man aus den Tests keine endgültigen Schlüsse ziehen, doch sie seien ein erster Hinweis. Witte fordert die Untersuchungen dringend auszuweiten.

Irene Witte, Professorin am Institut für Toxikologie der Universität Oldenburg, nannte die Werte "untragbar". "Ich hätte nicht mit solch hohen Rückstandswerten in der Muttermilch gerechnet, da Glyphosat stark wasser- und nicht fettlöslich ist." Die Wissenschaftlerin sagte, aus 16 Proben könne man keine endgültigen Schlüsse ziehen, aber sie seien ein erster Hinweis. Sie forderte, die Untersuchungen dringend auf mehr Frauen auszuweiten und dabei auch deren Ernährungsgewohnheiten zu betrachten. Unkrautvernichter Glyphosat in Muttermilch deutscher Frauen | WAZ.de - Lesen Sie mehr auf: http://www.derwesten.de/panorama/unkrautvernichter-glyphosat-in-muttermilch-deutscher-frauen-id10821102.html#plx537501601

Glyphosat

 

 

 

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