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Untergangsstimmung bei Madrid - Barcelona vorn

Madrid (dpa) Die Ruhe bei Real Madrid währte nur vier Tage. Nach der Qualifikation für das Achtelfinale der Champions League stürzte eine 1:3-Schlappe beim FC Getafe den spanischen Fußballmeister erneut in eine schwere Krise.

Untergangsstimmung bei Madrid - Barcelona vorn

Trainer Bernd Schuster rutscht mit Real Madrid erneut in eine Krise.

«Dieses Team ist eine Ruine», titelte das Sportblatt «Marca». Die Zeitung «El País» brachte die Misere der «Königlichen» auf den Nenner: «Real ist kaputt.»

Während die Madrilenen sich bei dem kleinen Vorstadtclub blamierten, landete der Titelrivale FC Barcelona einen 3:0-Sieg beim FC Sevilla. Damit bauten die Katalanen an der Spitze der Primera División ihren Vorsprung vor Real auf sechs Punkte aus. In der Tabelle fiel Real auf den vierten Platz zurück, weil der FC Villarreal und der FC Valencia am Titelverteidiger vorbeizogen. Villarreal gewann bei Recreativo Huelva mit 2:1 und ist nun vier Zähler hinter Barcelona Zweiter. Valencia setzte sich gegen Betis Sevilla mit 3:2 durch und schob sich auf Rang drei.

Der spanische Pokalsieger bestätigte am Wochenende, dass der frühere deutsche Nationaltorwart Timo Hildebrand den Verein in der Winterpause ohne Ablösesumme verlassen kann. «Mit dem Spieler besteht ein Übereinkommen, dass er zu jedem Club seiner Wahl wechseln kann, ohne dass dadurch irgendwelche Kosten entstünden», sagte der Vizepräsident und Sportdirektor, Fernando Gómez.

Das Team von Trainer Bernd Schuster hatte in Getafe sogar noch Glück, dass es beim Tabellen-14. nicht noch übler unter die Räder kam. Sogar der Schiedsrichter schien Mitleid mit Real zu haben: Er versagte Getafe zwei Elfmeter und ersparte Pepe die Rote Karte, indem er über eine «Notbremse» des Abwehrchefs gnädig hinwegsah.

Schuster versuchte Reals Darbietung bei seinem Ex-Club gar nicht erst schön zu reden: «Getafe spielte spektakulär und hätte mehr Tore erzielen können.» Aus den Worten des Trainers klang fast schon Resignation heraus: «Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass wir in Getafe nichts ausrichten konnten. Von daher schmerzt mich die Niederlage auch nicht.»

Nicht einmal die vom Clubchef Ramón Calderón ausgelobte Sonderprämie von 120 000 Euro pro Spieler für sieben Siege in Folge konnte die Weißen beflügeln. «Adiós Prämie, adiós Barça», titelte das Sportblatt «As». Es wählte den Real-Profi Rafael van der Vaart zum schlechtesten Akteur auf dem Platz. «Es war eine Zumutung, wie er über den Platz trabte», schrieb das Blatt über den Ex-HSV-Kapitän. «Er trug zum Spiel nichts bei. Seine Freistöße waren lächerlich.»

Die Madrider Presse scheint sich fast schon damit abzufinden, dass Real in dieser Saison leer ausgehen könnte. «Mit diesem Kader ist nichts zu gewinnen», meint «As». «Man kann nur hoffen, dass der Leidensweg bald vorüber ist. Schuster hat mit seinen Warnungen zu Saisonbeginn Recht behalten.» Nach Ansicht von «Marca» dürfte auch ein Trainerwechsel Real kaum weiterhelfen. «Der Schuldige ist Fitness-Trainer Valter di Salvo», meinte das Blatt unter Hinweis auf die endlose Verletzungsserie. In Getafe verletzten sich mit Pepe, Wesley Sneijder und Miguel Torres drei weitere Spieler.

Während bei den «Königlichen» fast Untergangsstimmung herrschte, musste bei Barça Trainer Josep Guardiola die Euphorie dämpfen. «Das 3:0 in Sevilla war nur ein kleiner Schritt nach vorn. Der Meister steht noch nicht fest.» Als Held des Tages wurde der zweifache Torschütze Lionel Messi (79./90.)gefeiert. Allerdings glänzte der Argentinier erst in der Schlussphase, als die Sevillaner ihre Abwehr entblößten. Den Grundstein zum Barça-Sieg hatte Samuel Eto'o (19.) gelegt, der vor der Pause den Riegel der Andalusier geknackt hatte.

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