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Unwetter verletzen 33 Menschen bei «Rock am Ring»

Berlin (dpa) Belegte Strandkörbe und Arschbomben-Wettbewerb: In vielen Regionen Deutschlands sorgt die Sonne für gute Partylaune. Die Schattenseite der Hitze: Verletzte durch Blitzeinschläge und verzweifelte Bauern.

Unwetter verletzen 33 Menschen bei «Rock am Ring»

Festivalgelände von «Rock am Ring»: Bei einem Unwetter sind zahlreiche Besucher verletzt worden. Foto: Thomas Frey

Sonne satt und Temperaturen um die 30 Grad haben einen Ansturm auf Seen und Freibäder ausgelöst. Doch die Hitze hat auch Blitz und Donner zur Folge - Dutzende Menschen wurden in der Nacht bei einer Open-Air-Veranstaltung verletzt.

ROCK AM RING: Bei schweren Unwettern mit Blitzeinschlägen sind beim Festival «Rock am Ring» 33 Menschen verletzt worden. Darunter waren Besucher und Mitarbeiter des Events in Rheinland-Pfalz. Sie waren zwar nicht direkt von Blitzen getroffen worden, hatten aber stromleitende Gegenstände wie Metallgitter berührt. Mittlerweile gehe es allen wieder gut, sagte am Samstag Yvonne Kuhn von der ärztlichen Leitung auf dem Festivalgelände in Mendig. Am Samstagnachmittag feierten die knapp 90 000 Rockfans dann weiter wie geplant.

CHAMPIONS LEAGUE: Für Berlin prognostizierten die Meteorologen am Samstag Temperaturen um die 31 Grad - und Gewitter ab Nachmittag. Zum Champions League im Olympiastadion gab es jedoch für die vielen Fußballfans aus dem In- und Ausland Entwarnung: Bis zum Anpfiff um 20.45 Uhr sollten die Gewitter durchgezogen sein.

ARSCHBOMBEN: Aussicht auf Abkühlung verspricht der «Splashdiving»-Cup Berlin-Brandenburg im Sommerbad Olympiastadion. Bei dem Wettbewerb am Sonntag zeigen «professionelle Arschbombenflieger» den Besuchern, welche Figuren bei Sprüngen vom Drei- bis Zehn-Meter-Brett möglich seien, wie ein Sprecher der Berliner Bäderbetriebe sagte. Deshalb gehe es bei dem Event auch nicht nur darum, beim Eintauchen hohe Fontänen zu produzieren.

NOTREIFE: Heftiges Kopfzerbrechen bereitet das Wetter vielen Bauern. Die Böden sind viel zu trocken, Ernteeinbußen sind schon absehbar - so etwa in Sachsen. «Wir haben ein Niederschlagsdefizit von 50 bis 60 Prozent», sagte Andreas Jahnel vom Landesbauernverband. In Nordsachsen zeichne sich sogar eine Notreife des Getreides ab - es müsse bald geerntet werden, obwohl den Körnern Volumen fehle, weil es schon auszufallen drohe. «Wir brauchen Regen», sagte Jahnel. «Das ist schon eine außergewöhnliche Situation in diesem Jahr.»

AB INS KÜHLE: Badeseen, Eisdielen oder die dicken Mauern eines Schlosses - wer Abkühlung suchte, fand viele Möglichkeiten. Schutz vor Sonne boten auch die 25 Besucherhöhlen und Schaubergwerke in Thüringen. Die Barbarossa-Höhle unweit des Kyffhäusers lockte mit der konstanten Temperatur von neun Grad Besucher an, wie eine Sprecherin sagte. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist die nach Kaiser Friedrich I. Barbarossa benannte Höhle ein Besuchermagnet.

AFFENHITZE: Die Tiere im Thüringer Zoopark in Erfurt suchten sich - jedes nach seiner Fasson - entweder ein Plätzchen im Schatten oder in der Sonne. «Die einen liegen wie die Löwen faul in der Sonne wie wir Menschen auch, die anderen suchen wie die Yaks Kühle in den gemauerten Stallungen», sagte Sprecherin Heike Maisch. Am Samstagabend wollte der Zoopark seine Tropennacht feiern.

PROGNOSE: Und wie geht es weiter? Das Wetter bleibt zweigeteilt. Für Sonntag sagen die Meteorologen Schauer und Gewitter bis hin zu Unwettern im Süden und Südosten voraus, überall sonst soll es heiter und trocken bei 23 bis 27 Grad sein. Nur im Norden wird es mit 16 bis 22 Grad deutlich kühler. Am Montag bleibt es im Norden und in der Mitte meist sonnig, im Süden und Südosten halten sich teils dichte Wolken. Schauer und Gewitter sagt der DWD für eine Linie südöstlich von Südschwarzwald bis Oberfranken voraus.

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