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Körperverletzung mit Todesfolge

Urteil im Tugce-Prozess: Sanel M. muss in Haft

Darmstadt Wegen des gewaltsamen Todes der Studentin Tugce muss der 18 Jahre alte Sanel M. für drei Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Darmstadt sprach ihn am Dienstag der Körperverletzung mit Todesfolge nach dem Jugendstrafrecht schuldig. Vor dem mit Spannung erwarteten Urteil im Prozess war es im Landgericht Darmstadt zu einem Tumult gekommen.

Urteil im Tugce-Prozess: Sanel M. muss in Haft

Der 18-jährige Angeklagte Sanel M. sitzt im Verhandlungssaal im Darmstädter Landgericht. Foto: Boris Roessler

Einige Zuschauer hätten sich in der Warteschlange vor dem Gerichtssaal vordrängeln wollen, teilte ein Sprecher des Gerichts mit. Als andere mit Unverständnis darüber reagiert hätten, habe es Beleidigungen und Rangeleien gegeben.

Auf das Urteil wartet Sanel M., der kurz vor der Tat 18 Jahre alt wurde. Er hat zugegeben, der 22-Jährigen Tugce im November vergangenen Jahres auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants in Offenbach heftig ins Gesicht geschlagen zu haben. Sie fiel hin und erlitt tödliche Kopfverletzungen. Das Urteil soll um 11.30 Uhr verkündet werden. 

Staatsanwaltschaft fordert drei Jahre Haft

Die Staatsanwaltschaft fordert für Sanel M. eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und drei Monaten nach dem Jugendstrafrecht. Die Nebenklage verlangt eine längere Haftdauer, ohne eine konkrete Dauer zu nennen. Die Verteidigung meint, eine Bewährungsstrafe würde genügen, sie nannte ein Jahr.

Tugce soll vor dem tödlichen Schlag des Angeklagten auf der Toilette des Restaurants zwei Mädchen vor Sanel M. in Schutz genommen und damit Zivilcourage gezeigt haben. Freunde sehen in ihr deshalb eine Heldin.

Darmstadt (dpa) Kann Tugces tödlicher Sturz durch eine Ohrfeige ausgelöst worden sein, wie der Angeklagte Sanel M. sagt? Zu dieser Frage hat sich vor Gericht ein Gutachter geäußert. Jetzt könnten die Plädoyers folgen.mehr...

Als Tugces Ellern am 28. November 2014 nach dem Hirntod ihrer Tochter die lebenserhaltenden Apparate abschalten ließen, versammelten sich vor dem Krankenhaus in Offenbach etwa 1500 Menschen, um Anteilnahme zu zeigen.

In dem Verfahren hat das Landgericht Darmstadt mehr als 60 Zeugen vernommen, auch Freundinnen von Tugce sowie Freunde von Sanel M.. Schnell wurde klar, dass sich vor dem tödlichen Schlag beide Seiten gegenseitig übel beleidigten. Oberstaatsanwalt Alexander Homm sagte in seinem Plädoyer, weder sei Sanel M. ausschließlich ein aggressiver «Koma-Schläger» noch Tugce eine «nationale Heldin» für Zivilcourage.

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