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VBW wirft Hut in den Ring

BOCHUM Die Bochumer VBW-Wohnen hat den Hut in den Ring geworfen. Zusammen mit anderen kommunalen Unternehmen will sie die Wohnungen der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) kaufen.

von Von Thomas Aschwer

, 18.12.2007
VBW wirft Hut in den Ring

Dieter Kraemer (li.) und Volker Eichener (mi.) standen auf der Ruhr Pressekonferenz Rede und Antwort.

"Wir wollen da mitmachen", erklärte Geschäftsführer Dieter Kraemer gestern auf der Ruhr-Pressekonferenz im Haus der Stadtwerke. Der Aufsichtsrat des halb-kommunalen Unternehmens habe grünes Licht gegeben, bei dem Konsortium mitzumachen. Welche weiteren kommunalen Unternehmen mit im Boot sitzen, wollte Kraemer nicht sagen. "Das ist so vereinbart." Auch die Frage nach privaten Investoren blieb unbeantwortet.

Klar ist hingegen, die in den nächsten Wochen anstehende Gestaltung des Verkaufsverfahrens entscheidet wesentlich darüber, wer am Ende den Zuschlag bekommen wird. Entscheidet sich das Land für das "Auktionsverfahren" - das finanziell höchste Gebot bekommt den Zuschlag - dürften die Chancen der kommunalen Unternehmen recht gering sein. Dann dürfte ehe Konzerne wie die in Bochum ansässige Deutsche Annington zum Zuge kommen. Geht es dem Land aber vor allem darum, dass der neue Eigentümer die Wohnungen möglichst lange behält, ändert sich die Situation schlagartig.

"Man muss alles tun, um die Mieter zu halten", gewährte Kraemer gestern einen Einblick in die Firmenphilosophie. Um dieses Ziel zu erreichen, investiert VBW nachhaltig in die Wohnungen. Dass bei dieser Politik die Gesellschafter - neben der Stadt auch Thyssen, Annington und bald auch Sparkasse Bochum - auf keine hohen Renditen hoffen können, ist eine fast logische Folge. So werden in diesem Jahr bei einem erwarteten Geschäftsergebnis von rd. 5,4 Mio. Euro weniger als 1 Mio. an die Gesellschafter ausgeschüttet. Der Rest bleibt für neue Investitionen in der VBW-Kasse. "Langfristige Investitionspolitik", laute das Motto des Unternehmens.

Dass sich die VBW damit deutlich von vor allem angelsächsischen Konzernen unterscheidet, machte Volker Eichener vom Bochumer Institut für Wohnungswesen deutlich. Diese Unternehmen würden den Blick vor allem auf die Quartalszahlen richten. Deshalb hat Eichener aus wissenschaftlicher Sicht auch Prüfsteine für den Verkauf der LEG-Wohnungen aufgestellt. Jetzt ist das Land am Zug.