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Vater missbrauchte die eigenen Söhne

Neun Jahre Haft

Ein vorbestrafter Kinderschänder (49) aus Bochum ist am Freitag zu neun Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte hatte sich jahrelang an seinen Söhnen vergangen. Das Gericht geht von über 160 teils schweren Missbrauchsfällen aus.

BOCHUM

von Von Kaspar Kamp

, 20.08.2010
Vater missbrauchte die eigenen Söhne

Das Urteil des Amtsgerichts Bochum löste Wut aus.

„Die Taten waren besonders erniedrigend. Die Kinder leiden bis heute“, sagte Richter Peter Löffler.   Noch im Gerichtssaal klickten am Freitag die Handschellen. Die Richter fürchten eine Wiederholungsgefahr und schickten den bislang nicht inhaftierten Angeklagten auf direktem Weg in die Zelle. Der 49-Jährige hatte bis zuletzt alles bestritten. „Da ich die Taten absolut nicht begangen habe, beantrage ich Freispruch“, sagte er dem Gericht. Staatsanwalt Paul Jansen hatte fünf Jahre Haft gefordert. „Er hat seine Kinder systematisch kaputt gemacht, sie als Sex-Objekte gesehen und sich an ihnen bedient“, so Jansen. Allerdings hatte der Staatsanwalt Zweifel, ob beide Söhne (heute 19 und 16 Jahre alt) Opfer waren. Am Ende überwogen die Zweifel und Jansen ging „nur“ von 68 Fällen aus.

Die Richter sahen das anders: „Die Aussagen der Brüder sind uneingeschränkt glaubwürdig.“ Schon im Kindergartenalter wurden sie vom Vater missbraucht. In der Wohnung in Wattenscheid, im Urlaub auf Gran Canaria – zehn Jahre lang. Mit Sätzen wie „Wenn du was sagst, klatsche ich dich an die Wand“ schüchterte der Mann die Jungen laut Urteil ein. Die Eltern waren getrennt, die Kinder lebten meistens beim Vater. Als sich der ältere Sohn 2009 einer Freundin offenbarte, gestand diese ihm: Dein Vater hat auch mich missbraucht. Dem Angeklagten droht demnächst noch ein Verfahren. Schon 2003 hatte ihn das Landgericht wegen Missbrauchs einer Nachhilfeschülerin zu 15 Monaten Bewährung verurteilt.