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Verfall der Sprache - Anglizismen im Deutschen

Heimat- und Geschichtsverein

"Meuchelpuffer" und "Jungfernzwinger" - beide sind Wörter der deutschen Sprache. Nur benutzt sie heute kaum mehr jemand. Die Entwicklung des Deutschen stand beim Treffen des Heimat- und Geschichtsvereins im Gasthaus "Zum Bürgerkrug" im Mittelpunkt.

ASSELN

von Von Felix Püschner

, 12.08.2010
Verfall der Sprache - Anglizismen im Deutschen

Anglizismen begegnen den Bürgern mittlerweile überall.

Aus der Sicht der Besucher besonders kritisch: der „Sprachverfall“. „Eigentlich wollten wir ein ganz anderes Thema behandeln, aber da der Referent erkrankt ist, musste die Sprache halt als Lückenfüller herhalten. Ich hätte jedoch nie gedacht, dass hier so eine heiße Diskussion zustande kommt“, erklärte Klaus Coerdt vom Heimat- und Geschichtsverein Asseln.

Gerade im Hinblick auf die wachsende Zahl von Anglizismen zeigten sich viele Besucher äußerst besorgt, wenn nicht gar erzürnt. Und während manche schon die heikelsten Verschwörungstheorien von Politik, Werbung und Medien hinter all dem Sprachverfall vermuteten, war Referent Klaus Coerdt sichtlich um Objektivität bemüht. „Die Klagen über den Verfall der deutschen Sprache sind schon so alt wie die Sprache selbst. Und sie kehren in regelmäßigen Abständen immer wieder“, meinte der Vorsitzende des Geschichtsvereins. Gerade die erhebliche Abneigung gegenüber Anglizismen sei wahrscheinlich häufig auch ein alterstypischer Effekt. Junge Leute hätten damit in der Regel schließlich nicht so große Probleme. „Und wen es tröstet: Manche Anglizismen verschwinden nach einiger Zeit auch wieder“, sagte Coerdt. Zudem seien gerade Ausdrücke wie „gecancelt“, bei denen englische Wörter in die Grammatik des Deutschen eingebettet würden, ein gutes Beispiel dafür, dass es um die deutsche Sprache gar nicht so schlecht stehe. „Aber ich habe mich ehrlich gesagt auch schon dabei erwischt, wie ich meinen Sohn darum gebeten habe, deutsche Wörter zu benutzen“, so Coerdt weiter.

Doch wie geht man mit diesen Veränderungen am besten um? Striktes Ablehnen, hoffnungsloses Ergeben oder ist vielleicht doch ein Mittelweg angebracht? Auch hierfür hatte der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins noch einen Ratschlag: „Wir werden doch täglich mit diesen Veränderungen konfrontiert. Wer ein Wort nicht versteht, der sollte einfach nachfragen“. Denn anders haben es die Menschen vor 400 Jahren sicher auch nicht gemacht, als sie „Meuchelpuffer“ und „Jungfernzwinger“ gehört haben. Um es abschließend aufzuklären: Ersteres bezeichnet eine schlichte Pistole, letzteres ein Nonnenkloster.