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Vergewaltigung auf Friedhof: Weitere Polizei-Versäumnisse

Düsseldorf. Im Fall der Vergewaltigung einer Frau auf einem Bochumer Friedhof durch einen vorbestraften Sexualstraftäter sind weitere Versäumnisse der Polizei bekannt geworden. So habe es Fehler bei den zweimal im Jahr vorgeschriebenen Gefährderansprachen gegeben, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf. Die Beamten hätten den 30-jährigen Tatverdächtigen nicht wie vorgeschrieben zuhause in seinem Wohnumfeld aufgesucht, sondern mit ihm häufig nur auf dem Polizeipräsidium oder am Telefon gesprochen. Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ hat darüber berichtet.

Vergewaltigung auf Friedhof: Weitere Polizei-Versäumnisse

Herbert Reul (CDU) stellt die Kriminalitätsstatistik für 2017 vor. Foto: Caroline Seidel

Es sei nicht auszuschließen, dass Gefährderansprachen aus Personalmangel auch woanders nicht vorschriftsmäßig abliefen, sagte Reul. Deshalb hätten alle Polizeibehörden vor wenigen Tagen den „klaren Hinweis“ bekommen, dass die Ansprachen nur vor Ort stattfinden dürften.

Ein weiterer Fehler sei gewesen, dass die Bochumer Polizei den Fall zunächst nicht öffentlich gemacht habe, sagte Reul. Auch das werde sich künftig ändern, auch wenn es eine „schwierige Abwägungsfrage“ sei.

Reul sagte, dass auch beim Programm „Kurs“ für rückfallgefährdete Sexualstraftäter nachgesteuert werden müsse, damit das Programm nicht insgesamt „ins Gerede“ komme.

In Bochum war am 18. Februar eine Frau auf einem Friedhof vergewaltigt worden. Der mutmaßliche Vergewaltiger, ein Deutscher, sitzt hinter Gittern. Das Opfer hatte nach früheren Angaben bemerkt, dass der Mann nach der Tat in ein Taxi gestiegen sei. Den Ermittlern war es gelungen, den Taxifahrer ausfindig zu machen und dann auch den Fahrgast. Bei dem etwa 30 Jahre alten mutmaßlichen Vergewaltiger soll es sich um einen vorbestraften Sexualverbrecher handeln.

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