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Verhafteter US-Spion in China: Eisiges Schweigen

Washington/Peking (dpa) <p>Es könnte der größte Spionagefall zwischen China und den USA seit Jahrzehnten sein: Ein chinesischer Agent hat die USA laut Medienberichten über Jahre mit brisanten Verteidigungsinformationen versorgt. Jetzt sitzt er in Peking hinter Gittern.</p>

Verhafteter US-Spion in China: Eisiges Schweigen

Chinas Staatschef Hu Jintao ist nach Medienberichten «schockiert und wütend» über die Spionage-Geschichte, US-Außenministerin Hillary Clinton möchte «mit unserer Beziehung zu China Geschichte machen.» Foto: Jason Lee / Archiv

Ein hochrangiger chinesischer Sicherheitsfunktionär ist laut Medienberichten als US-Spion enttarnt und festgenommen worden. Über Jahre soll der Mitarbeiter des Staatssicherheitsministeriums in Peking «Top-Geheimnisse» an die USA geliefert haben.

Laut einem Bericht der «New York Times» vom Samstag wurde der Mann bereits im Februar inhaftiert. Die Regierungen beider Länder schwiegen zunächst über den Vorfall, eine Bestätigung gab es nicht.

Nach Medienberichten aus Hongkong soll der Agent ein enger Mitarbeiter eines Vizeministers für Staatssicherheit gewesen sein. Er habe jahrelang Kontakte zum US-Geheimdienst CIA gehabt, berichtete das Magazin «New Way». Der Vizeminister, dessen Name nicht genannt wurde, sei seines Dienstes enthoben worden.

Angeblich wurde der mutmaßliche Spion während seines Studiums in den USA über eine sogenannte «Liebesfalle» vom US-Geheimdienst CIA angeworben. Der Zeitschrift zufolge war der Mann als Sekretär des Vizeministers «mit Chinas Top-Geheimnissen betraut».

Welche Informationen der mutmaßliche Spion den USA tatsächlich übermittelte, ist laut «New York Times» unklar. Unter Berufung auf einen anonymen US-Regierungsvertreter hieß es, die chinesischen Behörden hätten den Mann im Zuge der Ermittlungen zur Ermordung eines britischen Geschäftsmanns festgenommen.

Chinas Staatschef Hu Jintao sei «schockiert und wütend» über den Vorfall, berichtete «New Way». Er habe eine umfassende Untersuchung angeordnet. US-Außenministerin Hillary Clinton äußerte sich zunächst nicht zu dem Fall. Während einer Reise nach Norwegen erklärte sie am Freitag, obgleich die USA und China häufig unterschiedlicher Meinung seien, hätten sie erhebliche gemeinsame Interessen: «Es ist noch nie vorgekommen, dass eine bereits existierende und eine aufsteigende Großmacht einen Weg gefunden haben, nicht nur miteinander auszukommen, sondern auch zu kooperieren», zitierte die «New York Times» Clinton. «Wir möchten mit unserer Beziehung zu China Geschichte machen.»

Sollten sich die Spionage-Berichte als zutreffend erweisen, wäre es der größte bekanntgewordene Spionagefall zwischen beiden Ländern seit 1985, als der chinesische Geheimdienstmitarbeiter Yu Qiangsheng zu den Amerikanern überlief. Erst kürzlich hatte die Flucht des chinesischen Bürgerrechtlers Chen Guangchengs in die Pekinger US-Botschaft die diplomatischen Beziehungen zwischen beiden Ländern auf eine harte Probe gestellt. Chen war vor zwei Wochen in die USA ausgereist.

Bericht New York Times

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